Aktualisiert 11.09.2015 06:36

Ganterschwil SG

Täter feierten nach den Todesschüssen im Bordell

Die Männer, die in Ganterschwil SG einen Mann erschossen haben sollen, machten nach der Bluttat in einem Sex-Club Party. Dies berichtet ein Augenzeuge.

von
rar
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Wo früher der rote Audi A1 von M. R. stand, steht jetzt ein grüner Renault ...

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Leser-Reporter/RAR
... der von einem der mutmasslichen Täter, dem 29-jährigen Mazedonier F.S.*, gekauft wurde.

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ZVG
Die Ermittler am Tatort in Ganterschwil. Am Mittwoch, 9. September 2015, wurde hier auf einem offenen Feld der 36-jährige Slowake A.V. erschossen.

Die Ermittler am Tatort in Ganterschwil. Am Mittwoch, 9. September 2015, wurde hier auf einem offenen Feld der 36-jährige Slowake A.V. erschossen.

Newspictures

Bei einem Kiesweg in Ganterschwil SG wurde der 36-jährige A. V.* am Mittwochmittag mit mehreren Schüssen getötet. Bei den Tätern soll es sich um einen Mazedonier (29) und einen Schweizer (50) handeln. Nach der Bluttat leitete die Polizei sofort eine Grossfahndung nach den zwei Männern ein.

Ein Mann aus Rorschach sagt zu 20 Minuten, er habe die beiden in der Nacht auf Donnerstag zwischen 1 und 2 Uhr nachts in einem Bordell in der Bodenseeregion gesehen: «Sie liessen es im Puff so richtig krachen», berichtet er. Der Augenzeuge will gesehen haben, dass die zwei Männer, die mutmasslich nur wenige Stunden zuvor einen Mensch getötet haben, mehrere Frauen um sich geschart und und mit Geld geprahlt hätten. «Als die Mädchen gemerkt haben, wen sie als Gäste zu Besuch haben, entstand eine ziemliche Unruhe,es wurde getuschelt und sie bekamen Angst.»

Vermutlich gleich nachdem sie das Bordell verlassen hatten und in ihr Fluchtauto gestiegen waren, wurden die beiden Männer von der Polizei gestoppt. Kurz vor 3 Uhr seinen die Verdächtigen in Staad SG festgenommen worden, teilte die Kantonspolizei St. Gallen am frühen Donnerstagmorgen mit.

Opfer und Freundin standen vor Schuldenberg

Das Opfer und seine Freundin M. W.* (38) waren bis vor kurzem gemeinsam unternehmerisch aktiv und führten eine Gastro-Firma, die im August Konkurs anmelden musste. Ein ehemaliger Geschäftspartner der beiden erzählt: «Die zwei hatten zigtausende Franken Schulden.» Eine Arbeitsstelle in einem Nachtclub habe W. verloren, weil sie Arbeitgeber Geld gestohlen habe – Mittäter sei der Mazedonier gewesen, der nun wegen der Tötung von A. V. verhaftet worden ist. Mit diesem Mann soll W. eine Affäre gehabt haben, berichtet ein Szene-Kenner.

Ermittlungen zu Tatmotiv dauern an

M.W. sei in der Nachtclub-Szene kein unbeschriebenes Blatt gewesen, sagt der ehemalige Geschäftspartner. Sie habe früher einige Bars betrieben und dabei viele Bekanntschaften gemacht, die sie rege gepflegt habe: «Diese Männer besuchten sie immer wieder am Arbeitsplatz. Ich musste sie mehrmals ermahnen, mit ihnen nur privat zu verkehren.» In welcher Beziehung die mutmasslichen Täter und das Opfer A. V. genau zueinander standen, klärt die Polizei und die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen derzeit ab, das Tatmotiv ist noch unklar. Auch die Tatwaffe wird noch gesucht.

*Namen der Redaktion bekannt.

Gemeindepräsident Karl Brändle ist tief betroffen über die Bluttat. (Video: Michael Fischer/Alice Grosjean)

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