Aktualisiert 10.10.2005 21:20

«Täter sind eher Vandalen als gestörte Pyromanen»

Nach der erneuten Brandserie in Weinfelden sucht die Polizei weiter nach Tätern. Ein forensischer Psychiater tippt eher auf Nachtbuben als auf einen Psychopathen.

«Die Taten verbreiten Angst und Unruhe in der Bevölkerung», sagt Kapo-Sprecher Ernst Vogelsanger. Deshalb laufen intensive Ermittlungen zur unheimlichen Weinfelder Brandserie. Mittlerweile gehe man bei allen drei Brandnächten seit Ende August von derselben Täterschaft aus. Ob es sich um Nachtbuben handelt oder um einen psychisch gestörten Pyromanen, ist nicht klar.

Thomas Knecht, Leitender Arzt des Bereichs Sucht und Forensik der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen, geht eher von Nachtbuben aus: «Ich wäre überrascht, wenn es sich um einen psychiatrisch relevanten Fall handeln würde.» Die wahllosen Brandstiftungen hätten etwas Vandalistisches, und das Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei lasse eher auf geistige Beweglichkeit schliessen als auf psychotische Zwangshandlungen. Als mögliche Motive für Nachtbuben nennt Knecht Nervenkitzel, Lebensfrust oder Enthemmung durch Alkohol.

Über eine Aufstockung der Securitas-Patrouillen in Weinfelden oder gar über eine Kamera-Überwachung einzelner Strassen wurde bislang im Gemeinderat nicht diskutiert.

Gaudenz Looser

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