Mörder von Yverdon arbeitete als Polizist

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Kanton WaadtTäter von Yverdon war Ex-Polizist – und kündigte wegen «Waffen und Gewalt»

Der Mann, der am 9. März seine Frau und seine drei Töchter erschossen hat, arbeitete bis 2005 bei der Kantonspolizei Waadt. Er wollte mit seiner Familie, mit der es zum Bruch gekommen war, offenbar ins Ausland ziehen.

Am 9. März entdeckte die Polizei in Yvderon-les-Bains in einer Brandruine fünf Leichen.

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Darum gehts

  • Anfang März tötete ein Mann in Yverdon seine Frau und seine drei Töchter.

  • Danach steckte er das Haus in Brand und richtete sich selbst hin.

  • Anfang der 2000er-Jahre war der Mörder, der sich später beruflich neuorientierte, bei der Kapo Waadt tätig.

Der 45-jährige Mann, der am Donnerstag, den 9. März, in Yverdon seine vier Familienmitglieder mit einer Schusswaffe tötete, dann das Haus anzündete und sich selbst richtete, arbeitete bei der Waadtländer Kantonspolizei, wie «Le Matin Dimanche» schreibt. Im Dezember 2001 wurde der damals 24-jährige Polizeianwärter als einer von 34 neuen Rekruten vereidigt.

Laut «24heures» habe er die Polizei Ende März verlassen, um einer anderen beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Ein ehemaliger Geschäftspartner des Täters sagt: «Er kündigte, weil er es satt hatte. Blut, Waffen, Verbrechen und Mord zu sehen. Es waren zu viele Emotionen. Er konnte diesen Stress nicht mehr ertragen.» Anschliessend sei der Mann ins Werbeunternehmen seiner Familie eingestiegen.

Familie zerbrach

2008 gründete er parallel dazu eine Internetplattform zum Verkauf und Tausch von Gegenständen, die laut der «SonntagsZeitung» 2012 geschlossen wurde. Im Zuge seiner neuen beruflichen Laufbahn wird der Mann von ehemaligen Geschäftspartnern als krankhafter Lügner bezeichnet, der nicht davor zurückgeschreckt sei, die Wahrheit zu verbiegen, um bei seinen Geschäftspartnern Ansehen zu erlangen.

Ende 2015 änderte der Familienvater die Ausrichtung seines Geschäfts auf Kommunikation, Webdesign und den Verleih von Veranstaltungstechnik. Einige Jahre später, vermutlich 2018, kam es in der Familie dann zum Bruch. Seine Frau zieht mit ihren drei Töchtern aus der ehelichen Wohnung aus, und kehrt in die Region Yverdon zurück. Im Sommer 2021 zieht sie in das Haus, das von ihrem Ehemann knapp zwei Jahre später in Brand gesteckt wird, nachdem er seine ganze Familie erschossen hat.

«Sammler, Philanthrop und Krypto-Investor»

Laut «Le Matin Dimanche» wollte der Vater, dass seine Familie mit ihm ins Ausland zieht. Er sprach demnach davon, nach Abu Dhabi, Mauritius oder Südafrika zu ziehen.

Online bewarb er sich etwa als Mitbegründer eines Explorations- und Bergbauunternehmens im südlichen Afrika, aber auch als «Sammler, Philanthrop und Investor in Kryptowährungen». 

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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(bho)

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