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Täter war vor tödlichem Schuss zu Hause

Der 21-jährige Soldat, der am vergangenen Freitag die 16-jährige Coiffeuse-Lehrtochter in Zürich-Höngg mit dem Sturmgewehr erschossen hat, ist nach Informationen von Verteidigungsminister Samuel Schmid vor der Tat zu Hause gewesen.

Der Verdächtige sei vor der Tat zu Hause vorbeigegangen, sagte Schmid in einem Interview der Freiburger Tageszeitung «La Liberté» (Mittwochausgabe). Damit sei für die Strafuntersuchung nicht die Militärjustiz, sondern die zivilen Behörden zuständig.

Der geständige Schütze war am Freitag aus der Rekrutenschule entlassen worden. Auf Grund der bisherigen Informationen der Zürcher Staatsanwaltschaft war vermutet worden, dass er die Tat auf dem Heimweg aus der RS begangen hatte.

Antwort auf Calmy-Reys Angriff

Schmid ging in dem auf seiner Afrikareise geführten Interview zudem mit deutlichen Worten auf Distanz zu Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey, die am (gestrigen) Dienstag erklärt hatte, die Frage der Aufbewahrung der Armeewaffen zu Hause müsse nun neu diskutiert werden.

«Ich verurteile Erklärungen, die darauf abzielen, aus dieser Affäre politischen Profit zu schlagen», sagte der Chef des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Die Kritik richte sich in diesem Fall nicht gegen die Armeewaffe, sondern gegen die Armee, sagte Schmid.

Alle Soldaten zur Waffenrückgabe aufzufordern, wäre ein Misstrauensvotum gegenüber der der grossen Mehrheit der Soldaten, die es nicht verdiene, mit jenen in den gleichen Topf geworfen zu werden, denen man keine Waffe anvertrauen könne.

(dapd)

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