Bluttat in Basel: Täterin eckte ihr ganzes Leben lang an
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Bluttat in BaselTäterin eckte ihr ganzes Leben lang an

Auch rund eine Woche nach dem gewaltsamen Tod des kleinen Ilias (7) bleibt das Motiv für die Tat ein Rätsel. Genauso wie die Täterin selbst.

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Hunderte legten am Tatort, wo Ilias M.* erstochen wurde, Blumen, Kerzen und Briefe nieder. Die unbegreifliche Tat schockiert ganz Basel.

Hunderte legten am Tatort, wo Ilias M.* erstochen wurde, Blumen, Kerzen und Briefe nieder. Die unbegreifliche Tat schockiert ganz Basel.

20 Minuten
Bereits am Samstag wurde Ilias in Gjilan im Kosovo beerdigt.

Bereits am Samstag wurde Ilias in Gjilan im Kosovo beerdigt.

Privat
Mehrere Hundert Personen nahmen am Begräbnis teil.

Mehrere Hundert Personen nahmen am Begräbnis teil.

Privat

Am Donnerstag vor einer Woche wurde Ilias (7) auf dem Nachhauseweg von der Schule mitten auf der Strasse niedergestochen. Von einer 75-jährigen Rentnerin. Viel liegt bei diesem rätselhaften Angriff noch im Dunkeln – was vor allem mit der Täterin zu tun hat.

Über sie weiss man nur wenig, auch wenn sie behördenbekannt war. Dies hat eine gemeinsame Recherche von Telebasel und 20 Minuten gezeigt. Nach einem Konkursverfahren wurde die Frau spätestens 2008 bevormundet. Sie hatte damals Schulden von über 100'000 Franken angehäuft.

Wie es dazu kam, ist nicht bekannt. Ebenso ist nicht bekannt, wo die 75-Jährige zuletzt wohnte. Aus einem Appartmenthaus, das gut einen Kilometer vom Tatort entfernt liegt, war sie im Juni letzten Jahres ausgezogen. Dann verliert sich die Spur.

«Fürchterliche Person»

Wie der «Blick» schreibt, führte die Täterin seit Jahrzehnten ein Schattendasein. Ohne aktuelle Anschrift, ohne Kinder oder Geschwister. Die Tochter eines Cousins der Rentnerin sagte gegenüber der Zeitung, die Frau sei als streitsüchtig bekannt gewesen und habe als egozentrisch und arrogant gegolten.

In den 90er-Jahren soll die Rentnerin in Allschwil BL gelebt haben. Eine Nachbarin dort erinnert sich an sie als «fürchterliche Person». Es habe oft Streit gegeben. Zudem sei mehrmals die Polizei aufgetaucht, weil der Partner der Frau mit Drogen zu tun gehabt habe.

Behörden hätten versagt

Die 75-Jährige habe ihre Nachbarn schikaniert. «Die Kinder sind im Treppenhaus an ihrer Tür vorbeigeschlichen, damit sie sie nicht bemerkt.» Auch ein ehemaliger Arbeitskollege weiss nichts Gutes über die Täterin zu sagen: «Sie legte allen Steine in den Weg.»

Laut Bericht soll die Seniorin 2005 straffällig geworden sein, worauf ein stationärer Aufenthalt in einer Forensischen Klinik folgte. Nach diesem war die Frau weitere Male in der Psychiatrie. Laut eines Insiders war sie den Fachpersonen bestens bekannt und hätte nach der Klinik nicht mehr alleine leben dürfen. Die Behörden hätten versagt. (20 Minuten)

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