«Tätervolk» ist das Unwort des Jahres 2003
Aktualisiert

«Tätervolk» ist das Unwort des Jahres 2003

Das deutsche «Unwort des Jahres 2003» heisst «Tätervolk». Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann hatte den Begriff im Herbst in einer Wahlkreis-Rede verwendet, in die er antisemitische Argumente einfliessen liess.

Das Wort sei an sich schon verwerflich, erklärte die «Unwort»-Jury am Dienstag, da es ein ganzes Volk für die Taten einer Gruppe verantwortlich mache. Die Verbindung mit jüdischer Bevölkerung sei «ein aktueller Beleg für den immer noch wirkenden Antisemitismus».

Auf Platz 2 kam «Angebots-Optimierung» als Beschönigung für die Verringerung von Dienstleistungen. Auf Platz drei landete «Abweichler», ein Begriff, der aus Sicht der Jury Bundestagsabgeordnete diskriminiert, die ihre Gewissens-Entscheidung über einen Fraktionszwang stellen.

Die Jury hatte 2215 Zuschriften mit 1160 «Unwort»-Vorschlägen erhalten. Am öftesten vorgeschlagen wurde «Reform» (etwa in Zusammenhang mit Gesundheits-, Hartz- und Steuerreform), gefolgt von «Kopfgeld» und «friendly fire». (sda)

Deine Meinung