11.08.2017 06:54

Schweissproduktion

Tätowierte schwitzen weniger – das ist schlecht

Tattoo-Tinte wird in dieselben Hautschichten injiziert, in denen auch die Schweissdrüsen sitzen. Laut US-Forschern ist das problematisch.

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Schauspielerin Sophia Thomalla liebt grossflächige Tattoos.

Schauspielerin Sophia Thomalla liebt grossflächige Tattoos.

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Zumindest präsentiert sie ihre Tätowierungen gerne und oft.

Zumindest präsentiert sie ihre Tätowierungen gerne und oft.

Instagram.com/sophiathomalla
Doch der permanente Körperschmuck hat laut einer US-Studie auch Schattenseiten: Er reduziert die Schweissabsonderung und verändert die Zusammensetzung des Drüsensekrets. In der Untersuchung brachten die Forscher ...

Doch der permanente Körperschmuck hat laut einer US-Studie auch Schattenseiten: Er reduziert die Schweissabsonderung und verändert die Zusammensetzung des Drüsensekrets. In der Untersuchung brachten die Forscher ...

Pixabay/PD

Wie reagiert tätowierte Haut bei körperlicher Anstrengung? Schwitzt sie anders? Um das herauszufinden, haben Forscher vom Alma College im US-Bundesstaat Michigan zehn Männer für einen ganz besonderen Schwitztest rekrutiert.

Voraussetzung für die Teilnahme war, dass die Probanden ein Tattoo am Oberkörper haben. Zudem musste die tätowierte Stelle ein nicht tätowiertes Pendant auf der anderen Körperseite haben – der besseren Vergleichbarkeit wegen.

Das Schwitzen löste das Team um Mauri Luetkemeier chemisch aus. Dafür trugen die Wissenschaftler den Wirkstoff Pilocarpin auf die Haut auf. Anschliessend nahmen sie den Schweiss auf und verglichen die Werte.

Weniger und anders

Ergebnis: Die tätowierten Stellen sonderten rund 50 Prozent weniger Schweiss ab als die untätowierten, zitiert die Hochschule Luetkemeier. Auch die Zusammensetzung des Drüsensekrets war anders. So enthielt der Schweiss auf Tattoos fast doppelt so viel Natrium.

Für beide Aspekte spielte es keine Rolle, wie lange die Probanden die Farbe schon in der Haut hatten, schreibt das Team im Fachjournal «Medicine & Science in Sport & Exercise».

Im Gespräch mit der «New York Times» gibt sich Luetkemeier überrascht ob der Tatsache, dass tätowierte Haut ganz anders reagiert als zum Beispiel vernarbte Haut: «Wenn jemand schwere Verbrennungen erlitten hat und dabei die Schweissdrüsen beschädigt wurden, kompensiert der Körper dies und sondert stattdessen mehr Schweiss über die intakte Haut ab.» Das passiert bei tätowierter Haut nicht.

Schlecht für die Gesundheit

Luetkemeier und seine Kollegen gehen davon aus, dass Tattoos die Beschaffenheit der Haut dauerhaft verändern und die Farbe die Schweissdrüsen blockiert. Das wäre problematisch. Schliesslich schützt Schwitzen den Körper vor Überhitzung.

Die Wissenschaftler vermuten weiter, dass jene Zellen des Blutes, die Entzündungsreaktionen auslösen und damit vor allem fremde Substanzen abwehren sollen, für eine langsamere Reaktion der Schweissdrüsen in der tätowierten Haut verantwortlich sein könnten. Das würde den höheren Natriumgehalt erklären.

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