Tag der offenen Moschee
Aktualisiert

Tag der offenen Moschee

Terrorismus, Kopftuch-Debatte oder Minarettverbot: Die Schweizer Muslime kämpfen mit starken Vorurteilen. Am Wochenende luden sie deshalb zum Tag der offenen Moschee ein.

«Es gibt viele Ängste und Vorbehalte gegenüber dem Islam», sagt Mustafa Memeti, Leiter des islamischen Kulturzentrums in Bern. Diese abzubauen war das Ziel am Tag der offenen Moschee, der am Wochenende erstmals auch in Bern stattfand.

«Es kamen über hundert Leute, darunter auch christliche Pfarrer und Theologen», sagt Memeti zufrieden. Intensiv sei über die Rolle der Frau, Minarette oder Islamismus diskutiert worden. Memeti: «Es gab kein Tabu-Thema.» Trotz dieser Offenheit hielten viele Leute die Muslime immer noch für Fanatiker, sagt Mutalip Karaademi von der Islamischen Glaubensgemeinschaft IGGL. «In unserer Moschee gibt es aber sicher keine Extremisten.»

Selbst der Berner SVP-Grossrat Thomas Fuchs, Vorkämpfer für ein kantonales Minarettverbot, wagte sich in zwei der acht offenen Berner Moscheen – und zeigte sich positiv überrascht: «Es ist gelungen, ein wenig Vertrauen zu wecken.» Von seiner Linie wird er trotzdem nicht abweichen: «Die Besuche waren der beste Beweis, dass es auch ohne Minarett geht.»

Lorenz Hanselmann

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