Aktualisiert 25.02.2020 13:53

Auto-Ratgeber

Tagfahrlicht bei Nebel – ist das erlaubt?

Alberto möchte wissen, ob es erlaubt ist, bei dichtem Nebel nur mit dem Tagfahrlicht, also ohne Rück- und Abblendlicht herumzufahren.

von
Olivia Solari, AGVS
Dicker Nebel beeinträchtigt den Verkehr massiv.

Dicker Nebel beeinträchtigt den Verkehr massiv.

Scharvik

Frage von Alberto ans AGVS-Expertenteam:

Bei uns im Dorf ist es im Winter besonders am Morgen meistens sehr neblig. Des Öfteren sehe ich (oder eben nicht!) Autos, die nur mit Tagfahrlichtern unterwegs sind und daher kein Rücklicht eingeschaltet haben. Ist es nicht Pflicht, in diesem Fall das Abblendlicht einzuschalten?

Antwort:

Lieber Alberto

Vielen Dank für deine Frage, die sich viele Verkehrsteilnehmer leider nicht stellen. Dabei kann diese Unachtsamkeit im Umgang mit dem Tagfahrlicht unter Umständen schwerwiegende Folgen haben.

Die Kantonspolizei Zürich machte erst kürzlich auf ihrem Twitter-Account darauf aufmerksam, dass sich Autofahrer, besonders jetzt im Winter, nicht nur auf das Tagfahrlicht, beziehungsweise auf die automatische Lichtschaltung, verlassen sollen. Das ist deshalb gefährlich, weil die Lichtautomatik bei schlechten Witterungsverhältnissen oder in der Dämmerung oft zu spät oder überhaupt nicht reagiert. Infolgedessen kommt es immer wieder zu Auffahr- und anderen Unfällen. Ist das Tagfahrlicht eingestellt, leuchten die Frontscheinwerfer weniger stark als mit Abblendlicht und die Rücklichter bleiben bei den meisten Fahrzeugen sogar ganz aus. Besonders die Sichtbarkeit des vorderen Fahrzeuges ist hierdurch erheblich vermindert. Herrschen dazu noch Starkregen oder Nebel, so kann dies schnell zu einem Unglück führen.

Die Unfallgefahr ist im Winter ohnehin schon durch Schnee, Eisesglätte etc. erhöht. Es ist daher schon der eigenen Sicherheit zuliebe ratsam, in der kalten Jahreszeit vorsorglich vor jeder Fahrt auf Abblendlicht umzuschalten. Wer bei schlechten Sicherverhältnissen oder allgemein in Situationen, in denen es nötig wäre, nicht vom Tagfahr- auf das Abblendlicht umschaltet, verstösst gegen Art. 30 Abs. 1 der Verkehrsregelverordnung (VRV). Gerät man in eine Kontrolle, so riskiert man eine Busse von 40 Franken oder mehr.

Auf der anderen Seite der «Vorsichtsskala» stehen die Autofahrer, die mit eingeschalteten Nebelscheinwerfern und -schlusslichtern unterwegs sind, obwohl das gar nicht nötig wäre. Als Faustregel gilt bei Starkregen, Schneefall oder Nebel, dass die Nebelscheinwerfer und -schlusslichter erst ab einer überblickbaren Strecke von unter 50 Metern einzuschalten sind. Deren Gebrauch wird vom Gesetzgeber aber nicht explizit vorgeschrieben, denn oftmals sind die Nebellichter aufgrund der Blendgefahr eher eine Gefährdung für die Verkehrssicherheit, als dass sie einen Nutzen erbringen. Wer jedoch die Nebelscheinwerfer bei einer Sichtweite von deutlich über 50 Metern einschaltet, verstösst gegen die Verkehrsregelnverordnung (genauer: Art. 30 Abs. 4 VRV) und wird mit 40 Franken Busse sanktioniert.

Gute Fahrt!

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