Fischerboote gekentert: Taifun «Bolaven» bringt Tod und Verwüstung
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Fischerboote gekentertTaifun «Bolaven» bringt Tod und Verwüstung

Beim schwersten Taifun in Südkorea seit fast zehn Jahren sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. «Bolaven» traf am Dienstag mit voller Wucht auf das Land und liess Verwüstung zurück.

Beim schwersten Taifun in Südkorea seit fast zehn Jahren sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. «Bolaven» traf am Dienstag mit voller Wucht auf den Süden des Landes und zog dort eine Schneise der Verwüstung.

Der Sturm entwurzelte Bäume, riss Strassenschilder und -laternen um und zerstörte Fensterscheiben. Viele Schulen, auch in der Hauptstadt Seoul, blieben geschlossen. Vor der südlichen Hafenstadt Sacheon brach ein Frachter in zwei Teile. Nach Angaben des Ministeriums für öffentliche Verwaltung blieb die Besatzung unversehrt.

Vor der Insel Jeju unternahm die Küstenwache eine spektakuläre Rettungsaktion für die Besatzung zweier chinesischer Fischerboote (siehe Video), die am Morgen in stürmischer See gekentert waren. Nach Angaben eines Sprechers schwammen Feuerwehrleute und Helfer der Küstenwache durch die hohen Wellen zu einem der Fischerboote, das etwa 50 Meter von der Küste entfernt umgekippt war.

Von Kirchturmspitze erschlagen

Die Rettungskräfte konnten demnach zwölf Besatzungsmitglieder retten, sechs weitere Seeleute schwammen aus eigener Kraft an Land. Fünf Leichen wurden geborgen, zudem wurden noch zehn Seeleute vermisst. Das zweite Boot zerbrach und sank.

Unter den sieben Menschen, die an Land Opfer des Taifuns wurden, war nach Ministeriumsangaben eine ältere Frau, die von einer auf ihr Haus stürzenden Kirchturmspitze erschlagen wurde. Ein 48-Jähriger wurde von einem umgewehten Schiffscontainer erschlagen.

Flüge gestrichen, Fähverkehr eingestellt

Nach Angaben der Behörde für Katastrophenmanagement fiel auf der Insel Jeju sowie in weiteren Regionen des Südens in fast 200 000 Haushalten der Strom aus. Hunderte Flüge wurden gestrichen, der Fährverkehr wurde eingestellt.

Am späten Nachmittag (Ortszeit) zog der Taifun weiter Richtung Nordkorea, das noch mit den Folgen einer Überschwemmungskatastrophe vom Juli zu kämpfen hat. Dabei waren nach offiziellen Angaben 169 Menschen ums Leben gekommen, 212 000 Menschen hatten ihre Häuser verlassen müssen.

(sda)

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