Taifun in Südjapan tötet acht
Aktualisiert

Taifun in Südjapan tötet acht

Der mächtige Taifun «Songda» hat im Süden Japans mindestens acht Menschen in den Tod gerissen und vielerorts mit schweren Sturmböen Schäden verursacht.

Mindestens 580 Menschen erlitten Verletzungen, berichtete der Fernsehsender NHK.

Mehr als 100 Häuser wurden zum Teil völlig zerstört. Mehr als 60 000 Bewohner wurden zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert. In mehr als einer Million Haushalten fiel der Strom aus.

Der 18. Taifun der Saison traf am Morgen auf den Süden der japanischen Hauptinsel Kyushu und bewegte sich mit Windgeschwindigkeiten von 144 Kilometern in der Stunde nahe seinem Zentrum in nordöstliche Richtung. Durch die heftigen Orkanböen brach der öffentliche Bahn- und Flugverkehr in der Region zusammen.

Seeleute vermisst

Zwei russsische Besatzungsmitglieder eines unter kambodschanischer Flagge fahrenden Frachters etranken bei einem Schiffbruch vor der Südwestküste Japans, in der Provinz Hiroshima. Zwei weitere wurden am Dienstag noch vermisst, die restlichen 14 Mitglieder konnten von der Küstenwache geborgen werden.

Im Küstengewässer nordöstlich von Kyushu gelang es der Küstenwache zunächst nicht, einen auf Grund gelaufenen indonesischen Frachter und die 22-köpfige Mannschaft zu bergen.

UNESCO-Weltkulturerbe beschädigt

Die heftigen Stürme beschädigten in Hiroshima zudem einen Teil des berühmten Itsukushima-Schreins, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Das Fernsehen zeigte Bilder von wild aufgepeitschten Wellen, umgestürzten Bäumen und Ampeln und beschädigten Dächern. Mehrere Produktionsfabriken in der Region mussten vorübergehend die Arbeit einstellen.

Die Meteorologische Behörde in Tokio erwartete, dass der Wirbelsturm über das Japanische Meer zieht und sich am Mittwoch dem Norden Japans nähern wird. Die Behörden warnten die Bewohner der betroffenen Regionen vor weiterem hohen Wellengang, starken Böen und heftigem Regen.

Auch Gebiete in Südkorea waren von den Ausläufern des Taifuns betroffen, nach Behördenangaben vor allem die südlichen Provinzen und die Insel Jeju im Ostchinesischen Meer. In der Hafenstadt Busan wurden zehntausende Boote beschädigt. Zahlreiche Flüge wurden abgesagt. Die Niederschläge sollten sich den Angaben zufolge noch verstärken.

Erdbeben

Am Morgen hatte ein Erdbeben der Stärke 6,4 auf der Richterskala Zentral- und Westjapan erschüttert. Berichte über Schäden lagen zunächst nicht vor. Die Region war erst am Sonntag von zwei schweren Erdbeben der Stärke 6,9 und 7,4 auf der Richterskala heim gesucht worden.

Dabei waren mindestens 46 Menschen verletzt worden. Die Behörden warnten nach der erneuten starken Erschütterung vor weiteren Nachbeben. (sda)

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