Taifun wütet in Japan
Aktualisiert

Taifun wütet in Japan

Einer der gewaltigsten Taifune der letzten Jahre hat in Japan mindestens 17 Menschen in den Tod gerissen. 120 weitere Personen wurden teils schwer verletzt.

Bis Mittwochabend (Loklazeit) galten laut Einsatzkräften 20 Menschen als vermisst.

Der vom Süden kommende Taifun «Tokage» traf direkt auf die Hauptinsel Honshu. Er sorgte in weiten Regionen für sintflutartige Regenfälle, Sturmböen und hohe Wellen. Vielerorts gingen Erdrutsche nieder, Wohnhäuser wurden teils völlig zerstört, Bäume stürzten um, während sich ganze Strassen in Flüsse verwandelten.

Am Mittwoch wurde eine 24-jährige Frau in der Provinz Ehime von einem Erdrutsch begraben und starb. Ein 40-jähriger Mann kam beim Sturz von einem Dach eines 19-Meter-hohen-Hochhauses ums Leben. In Kochi starben drei Menschen, als ihr Haus von Flutwellen niedergerissen wurde.

Mancherorts mussten Rettungskräfte Bewohner schwimmend aus ihren überfluteten Häusern retten. «So etwas habe ich noch nie erlebt», sagte ein Frau, die miterlebte, wie Flutwellen auf ihr Wohnhaus zurollten. «Ich habe diese Taifune satt», rief ein Mann erschöpft in die Fernsehkamera.

Zehnter Taifun auf Honshu

«Tokage», japanisch für Eidechse, ist in dieser Saison bereits der zehnte Taifun, der direkt den japanischen Archipel heimsuchte - so viele wie nie zuvor binnen eines Jahres. Bisher verloren in diesem Jahr rund 120 Menschen bei Taifunen in Japan ihr Leben.

«Tokage» legte den Verkehr in den betroffenen Regionen lahm. In Tausenden von Wohnhäusern fiel vorübergehend der Strom aus. Mehrere Schiffe entlang der Küste liefen auf Grund. Hunderte Inlandsflüge mussten gestrichen werden.

Der Wirbelsturm zog in nordöstliche Richtung weiter über die Hauptinsel Honshu und suchte auch die Region um die Haupstadt Tokio mit heftigen Regenfällen und starken Winden heim.

(sda)

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