Dalai Lama auf Besuch: Taiwan beugt sich Chinas Druck
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Dalai Lama auf BesuchTaiwan beugt sich Chinas Druck

Taiwans Präsident Ma Ying Jeou wird den Dalai Lama bei dessen Besuch der Insel nicht empfangen. Damit will Ma offenbar eine weitere Provokation Chinas verhindern.

Die Chinesen hatten bereits scharf gegen die Reise des geistlichen Oberhaupts der Tibeter protestiert.

»Wir planen kein Treffen zwischen dem Präsidenten und dem Dalai Lama», sagte ein Sprecher Mas am Samstag. Dem Besuch des Friedensnobelpreisträgers sei lediglich aus religiösen und humanitären Erwägungen heraus zugestimmt worden.

Auf Einladung der Opposition

Das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der einer Einladung der oppositionellen Fortschrittspartei (DPP) folgt, landete am späten Sonntagabend auf dem internationalen Flughafen von Taoyuan in der Nähe von Taipeh. «Ich bin ein Mönch, ich wurde gebeten für den Frieden zu beten», sagte der Dalai Lama kurz nach der Landung.

Es ist vorgesehen, dass er sich hauptsächlich im Süden des Landes aufhalten wird, um mit Opfern des Taifuns Morakot zu beten und Mitglieder religiöser Gruppen zu treffen. Es ist sein dritter Taiwan- Besuch nach 1997 und 2001.

Die Regierung in Peking betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz. Dem Dalai Lama, der 1959 nach einem gescheiterten Aufstand gegen die chinesischen Machthaber ins indische Exil floh, wirft die kommunistische Führung vor, die Unabhängigkeit Tibets anzustreben.

Zahlreiche Exil-Tibeter leben in Taiwan, das zugleich Heimat von Millionen Buddhisten ist. Ma verfolgt seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr einen Entspannungskurs mit China. 2008 hatte er sich gegen einen Besuch des Dalai Lama ausgesprochen.

Morakot war Anfang August über die Insel hinweggefegt. Es wird befürchtet, dass bei der schlimmsten Taifun-Katastrophe in Taiwan seit einem halben Jahrhundert etwa 650 Menschen starben.

(sda)

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