Aktualisiert 27.09.2004 18:18

Talib Kweli - «The Beautiful Struggle»

Talib auf den Spuren von Chuck D.

HIP-HOP – So klingt das also. Seit dem Frühjahr geistern unfertige Vorab-Aufnahmen von Talib Kweli im Internet herum, die dem cleveren Szene-Vordenker aus dem Studio geklaut wurden. Darauf hustet etwa Mary J. Blige wüst ins Mikrofon oder ein Track wird von einem Beatles-Sample gekrönt. Grund zur Freude bot das exklusive Material jedoch kaum, wurde da doch ein Künstler seines unfertigen Werks beraubt – sehr unfair. Talib liess sich davon nicht unterkriegen, strich etwa – aus welchen Gründen auch immer – den Beatles-Sample, feilte weiter an der «I Try»-Single mit Blige und kreierte schnell ein paar neue Tracks. Vom Stress ist auf «The Beautiful Struggle» nichts zu spüren.

Talib Kweli diktiert der Szene souverän, was Sache ist. Sein Reimstil erinnert in Form und Inhalt an die klare Sprache alter Grössen wie Chuck D. Schwierig, einzelne Tracks hervorzuheben. Das Niveau ist durchgehend hoch, Verlegenheits-Lösungen sind keine zu finden. Unterschiede gibt es mehr im Stil: «The Beautiful Struggle» ist enorm variantenreich. Zeitgemäss hat Talib Kwali seinen auf das Wesentliche reduzierten Hip- Hop mit etwas Soul angereichert. So gekonnt jedoch, dass selbst harte Real-Hip-Hop-Headz keinen Grund zum Fluchen finden.

Olivier Joliat

Talib Kweli «The Beautiful Struggle», Rawkus/Universal.

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