Taliban erhängen drei Männer
Aktualisiert

Taliban erhängen drei Männer

Wegen angeblicher Spionage für ausländische Truppen haben die radikal-islamischen Taliban in der südafghanischen Provinz Helmand drei Afghanen gehängt.

Die Männer seien am Sonntagmorgen in der Distrikthauptstadt Musa Kala exekutiert worden, sagte Rebellensprecher Kari Mohammad Yousif Ahmadi. Sie seien von einem Taliban-Gericht schuldig gesprochen worden, für die britische Armee und für die afghanische Regierung spioniert zu haben.

Die Taliban wollten damit nach eigenen Angaben ein Exempel statuieren. Ein Stammesältester bestätigte den Vorfall.

Die Taliban eroberten den Distrikt Musa Kala Anfang Februar. Im vergangenen Jahr hatten die dortigen Stammesältesten ein Abkommen mit der Regierung Helmands geschlossen, wonach die britischen Truppen aus Musa Kala abziehen und die Stämme selber für die Sicherheit sorgen.

Die britische Armee unterstützte das Abkommen und zog ab. Sie geriet dafür international in die Kritik. Der Sprecher der Internationalen Schutztruppe ISAF, Tom Collins, sagte am Sonntag, man warte auf das Einverständnis der afghanischen Regierung, den Distrikt zurückzuerobern. Derzeit sei die Lage in Musa Kala aber ruhig.

Tote bei Selbstmordanschlag und Kämpfen

In der ostafghanischen Provinz Laghman riss ein Selbstmordattentäter am Sonntag fünf Zivilisten mit in den Tod, darunter vier Kinder. Ziel des Anschlags in der Provinzhauptstadt Mehtarlam sei ein Konvoi der afghanischen Armee gewesen, sagte Laghmans Polizeichef Abdul Karim.

Die vier Kinder hätten gespielt, als der Attentäter in ihrer Nähe eine Autobombe zündete. 13 Menschen, darunter acht Soldaten, seien verletzt worden. Im vergangenen Jahr wurden fast 130 Selbstmordanschläge in Afghanistan verübt.

Mutmassliche Taliban-Kämpfer töteten in der südafghanischen Provinz Kandahar mindestens sieben Polizisten, vier weitere Beamte wurden verletzt. Kandahars Polizeichef Esmatullah Alizai sagte am Sonntag, die Sicherheitskräfte seien am Vorabend in einen Hinterhalt geraten.

Sie seien als Verstärkung auf dem Weg in den Distrikt Shorawak gewesen, wo radikal-islamische Rebellen die Distrikt-Hauptstadt angegriffen hätten. Bei den stundenlangen Kämpfen in Shorawak seien mehrere Aufständische getötet worden.

(sda)

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