Aktualisiert 08.12.2008 15:19

Pakistan - AfghanistanTaliban nehmen NATO-Nachschub ins Visier

Islamabad Aufständische haben in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar zum dritten Mal innert einer Woche Lastwagen mit Nachschub für die internationalen Truppen in Afghanistan zerstört.

Rund 200 Angreifer drangen nach Polizeiangaben am Montag vor Sonnenaufgang in eine Verladestation in der Nähe von Peshawar ein und setzten fast 100 Fahrzeuge mit Nachschublieferungen für die für die NATO in Brand.

Die Angreifer hätten die in dem Depot geparkten Fahrzeuge, darunter Last- und Geländewagen, mit Benzin übergossen und anschliessend angezündet, teilte die Polizei mit. Feuerwehrleute retteten demnach 40 weitere Fahrzeuge vor der Zerstörung. Bei Anrücken der Polizei ergriffen die Täter die Flucht. Ein Wachmann sagte, rund 200 Bewaffnete seien an dem Angriff beteiligt gewesen.

Gleiches Vorgehen

Ein Polizeivertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Aufständischen seien fast auf dieselbe Weise vorgegangen wie in der vorangegangen Nacht. Dabei hatten rund 200 bewaffnete Taliban- Rebellen am Stadtrand von Peshawar fast 200 Fahrzeuge für die NATO- Truppen mit Nachschub für Afghanistan angesteckt und einen Wächter getötet.

Bereits Anfang Dezember hatten die radikalislamischen Taliban ein Dutzend Lastwagen in Peshawar zerstört, die ebenfalls Material für die NATO im Nachbarland geladen hatten. Dabei wurden zwei Menschen erschossen.

Im November hatte Pakistan den Transport von versiegelten Containern und Tanklastern über den Khyber-Pass vorübergehend verboten, nachdem Taliban-Kämpfer einen Konvoi von 15 Lastwagen auf dem Weg nach Afghanistan überfallen hatten.

Wichtigste Nachschubverbindung

Nach dem Aufbau neuer Kontrollpunkte und dem Einsatz von bewaffneten Begleitern war den internationalen Truppen in Afghanistan die Einfuhr von Lebensmitteln und Kraftstoff wieder erlaubt worden. Aus Sicherheitsgründen müssen die Lastwagen über Nacht in den Depots am Stadtrand von Peshawar parken.

Die Route über Peshawar und den Khyber-Pass ist die wichtigste Nachschubverbindung für die Internationale Schutztruppe ISAF und die US-geführten Koalitionstruppen in Afghanistan.

Extremisten in der Region haben wiederholt damit gedroht, die Versorgungslinie zu unterbrechen, was den Einsatz der ausländischen Truppen gegen die Aufständischen in Afghanistan stark behindern würde. (sda)

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