29.06.2020 15:47

800 Stellen weltweit gefährdet

Tally Weijl schliesst bis zu 10 Filialen in der Schweiz

Das Modeunternehmen Tally Weijl stand kurz vor dem Bankrott. Dank Geld von neuen Investoren kann die Modekette weitermachen. Dafür muss das Unternehmen aber Stellen abbauen und Filialen schliessen.

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Die Schweizer Modekette Tally Weijl hat von Investoren und Banken das für die Zukunft dringend benötigte Geld erhalten. Mit dem Umbau der Kette werden jedoch einige Filialen geschlossen.

Die Schweizer Modekette Tally Weijl hat von Investoren und Banken das für die Zukunft dringend benötigte Geld erhalten. Mit dem Umbau der Kette werden jedoch einige Filialen geschlossen.

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS
Wegen der Corona-Krise stand das Unternehmen kurz vor der Pleite.

Wegen der Corona-Krise stand das Unternehmen kurz vor der Pleite.

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Tally Weijl erhält nun die bei Banken beantragten Covid-19-Kredite sowie frisches Kapital von Investoren.

Tally Weijl erhält nun die bei Banken beantragten Covid-19-Kredite sowie frisches Kapital von Investoren.

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Darum gehts

  • Die Modekette Tally Weijl stand wegen der Corona-Krise vor der Pleite.
  • Dank Corona-Krediten und Geld von Investoren ist das Unternehmen gerettet.
  • Trotzdem müssen Stellen abgebaut und Filialen geschlossen werden.

Die Zukunft von Tally Weijl ist gesichert. Die sich im Umbau befindende Schweizer Modekette erhält das für den Weiterbetrieb dringend benötigte Geld. Dem Umbau fallen allerdings eine Reihe von Filialen sowie bis zu 800 Stellen zum Opfer.

Die auf Mode für junge Frauen ausgerichtete Modekette ist während des Corona-Lockdowns und mitten im Umbau in einen finanziellen Engpass geschlittert. Während Wochen blieben die europaweit rund 800 Filialen, darunter 81 in der Schweiz, geschlossen. Die Firma stand vor dem Aus.

Doch nun scheint das Unternehmen gerettet. Laut Mitteilung vom Montag erhält Tally Weijl die bei Banken beantragten Covid-19-Kredite zugesprochen sowie frisches Kapital von Investoren.

Investoren und Corona-Kredit

Die Eigenkapitaldecke werde mit insgesamt 27 Millionen Franken gestärkt, schreibt Tally Weijl. Rund 17 Millionen davon fliessen der Firma vonseiten neuer Investoren zu. Bei den restlichen 10 Millionen gehe es um die Umwandlung von Darlehen in Aktien.

Zudem kann Tally Weijl auf die beantragten Corona-Kredite im Umfang von 24,7 Millionen Franken zählen. Dem Kreditzuschlag seien zähe aber auch gleichzeitig konstruktive Verhandlungen vorangegangen, heisst es dazu. Bei diesen Krediten bürgt der Bund bis zu einem Anteil von 85 Prozent, das Restrisiko tragen die Banken.

«Mit der Kapitalerhöhung schaffen wir die Voraussetzungen dafür, unseren 2018 mit einer grundlegenden Neupositionierung begonnenen Wandel in ein modernes eTailer-Unternehmen mit Online-Kompetenz erfolgreich zu Ende führen zu können», wird Beat Grüring, Mitbegründer und CEO von Tally Weijl in der Mitteilung zitiert.

Filialen und Stellen fallen weg

Die Einschnitte dieses Umbaus sind aber tiefgreifend. Laut Grüring sollen rund 200 der insgesamt über 800 Geschäft geschlossen werden. Aus Bulgarien zieht sich das Unternehmen ganz zurück, in Kroatien und Serbien würden die Stores an Franchisenehmer abgetreten. In wichtigen Märkten wie Italien, Frankreich oder Deutschland werden Schliessungen geprüft.

Auch in der Schweiz werden Filialen verschwinden. Stand heute rechnet man bei Tally Weijl mit der Schliessung von 5 bis 10 der insgesamt 81 Läden. Das Ziel sei es, nur jene Geschäfte weiter zu betreiben, die zur neuen Strategie passten und wo man sich mit den Eigentümern auf faire Mietkonditionen einigen könne.

635 Angestellte in der Schweiz

Die Filialschliessungen haben auch den Abbau vieler Stellen zur Folge. Insgesamt werde mit einem Verlust von 600 bis 800 der gruppenweit rund 2'700 Arbeitsplätze gerechnet, sagte ein Firmensprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Wie viele Stellen in der Schweiz vom Abbau betroffen sind, ist noch unklar. Hierzulande beschäftigt Tally Weijl in ihren Boutiquen und am Basler Hauptsitz derzeit 635 Angestellte.

(SDA)

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6 Kommentare
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Hans Wurst

30.06.2020, 08:47

Tja, wenn man schon von Vornherein 50% der Menschen ausschliesst und vom Rest höchstens 20% als potentielle Kundschaft ansieht ist es nicht verwunderlich dass man ganz schnell bankrott ist ...

uguru

30.06.2020, 08:37

so wird es noch vielen gehen bis herbst.

Kein Fan, nie gewesen

30.06.2020, 08:30

Wer nur Schrott verkauft, landet selbst auf dem Schrott! Und das Kundensegment ist klein und es sind fast alle Wechselkäuferinnen. Mit diesem Sortiment kann man sich keine treue Kundschaft aufbauen. Ganz zu schweigen von der Qualität. Da nützen auch 1a Lagen nichts!