Aktualisiert 19.11.2007 11:48

Talstation Parsennbahn: 300 Meter lange Schlangen

Mit einer massiven Werbekampagne lockten die Parsennbahnen Davos Wintersportler zum Saisonstart auf die Pisten. Mit etwas zu grossem Erfolg. Es entstanden Wartezeiten von bis zu 80 Minuten. Nun drohen rechtliche Schritte.

Der Saisonstart am 17. November wurde gross angekündigt. Die Parsennbahnen Davos schalteten im Vorfeld in den Tageszeitungen ganzseitige Inserate. Auch über den Bildschirm flimmerten verlockende Bilder, die den Unterländern das Davoser Skigebiet schmackhaft machen sollten. Die Kampagne verfehlte ihre Wirkung nicht. Der Ansturm auf das Skigebiet der Parsennbahn am Samstag war riesig. Bei den Schnee- und Wetterverhältnissen, die am Samstag herrschten, wenig überraschend.

«Katastrophale Desorganisation»

Doch die Vorfreude der Schneesportler verwandelte sich schon bei der Ankunft in grossen Ärger. «Was ich bei meiner Ankunft an der Talstation antraf, war eine katastrophale Desorganisation», ärgert sich Felix Graf, der sich mit dem ersten Zug aus Zürich nach Davos aufmachte, um einer allzu langen Warteschlange zu entgehen. Vergeblich, wie sich herausstellte: Als Graf um 9 Uhr vor der Talstation der Parsennbahn stand, staute sich bereits eine Schlange von 300 Metern. Eine geschlagene Stunde später stand er vor der Kasse – und erlebte die nächste Überraschung: Von den sechs Kassen waren nur drei besetzt.

«Rechneten nicht mit diesem Ansturm»

Die Verantwortlichen der Parsennbahnen «bedauern» den Vorfall, wie Pressesprecherin Britta Schnewlin auf Anfrage sagte. «Wir rechneten nicht mit einem solchen Ansturm» - trotz der gross angelegten Werbekampagne. Die Parsennbahn und das Jakobshorn verzeichneten am Samstag einen Ansturm von 15 000 Personen. «Einen solchen Start hatten wir schon lange nicht mehr», so Schnewlin.

Die Systemverzögerung

Laut der Pressesprecherin habe zudem eine «Systemverzögerung» zu zusätzlichen Problemen an den Kassen geführt. «Die Kassen liefen nur mit 40 Prozent der möglichen Leistung.» Die Panne lässt sich schwer überprüfen. Klar ist aber: «Wir werden uns gegenüber der betroffenen Person erkenntlich zeigen», sagt Schnewlin. Demnach soll Graf eine Gratis-Tageskarte erhalten. Zudem verspricht man für die Zukunft Besserung.

«Umdenken muss stattfinden»

Graf glaubt allerdings nicht an die «Systemverzögerungs-Variante». Dass er geschlagene 80 Minuten warten musste, will er nicht auf sich sitzen lassen. Er hat sich mit anderen Betroffenen organisiert und will gegebenenfalls Entschädigungsforderungen auf dem Rechtsweg einfordern. «Mir geht es grundsätzlich darum, dass ein Umdenken stattfindet. Wir wurden vor Ort ja nicht einmal informiert, warum wir so lange warten müssen.»

Marius Egger, 20minuten.ch

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