Aktualisiert 24.05.2007 14:30

Tamedia schluckt Espace Media: Hauptkonkurrenz schweigt

Für die einen ist der Zusammenschluss von Tamedia und Espace Media Groupe eine Überraschung, für andere Konkurrenten hingegen weniger. Hauptkonkurrenz Ringier und das Westschweizer Verlagshaus Edipress wollen die Sache nicht kommentieren.

«Der Schulterschluss ist überraschend», sagte Peter Wanner, Verleger der AZ Medien Gruppe (»Aargauer Zeitung»). Die Espace Media Groupe habe sich jahrelang gegen eine Übernahme aus Zürich gewehrt. Sie habe immer erklärt, sie suche nach anderen Lösungen.

Umsatz der grössten Medienunternehmen der Schweiz 2006

Wanner schliesst weitere Fusionen von Verlagshäusern nicht aus. «Es wird jetzt wieder neue Gedankenspiele geben», sagte er. Interessant werde, wie die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) auf den Zusammenschluss reagiere.

Kampfzone Solothurn

Gespannt ist Wanner auch, wie sich der neue Eigentümer der Espace Media Groupe im Raum Solothurn verhalten wird. Dort erscheint als Kopfblatt der «Berner Zeitung» das «Solothurner Tagblatt». Das Blatt ist ein Konkurrent der «Solothurner Zeitung», die Teil des Verbunds «Mittelland Zeitung» ist.

Der Zusammenschluss sei «nicht überraschend» und habe «sich abgezeichnet», sagte dagegen Markus Spillmann, NZZ-Chefredaktor, Vorsitzender der NZZ-Geschäftsleitung und Leiter Publizistik. Über die Zukunft der Berner Zeitung «Der Bund» würden Gespräche geführt. Die NZZ-Gruppe ist über die Freie Presse Holding AG an der Bund Verlag AG beteilt.

Ringier: «No comment»

Keinen Kommentar abgeben will Ringier, das grösste Verlagshaus der Schweiz. «Der Zusammenschluss ist ein normaler Vorgang, wie es ihn auch in anderen Branchen gibt», sagte Konzernsprecher Marco Castellaneta auf Anfrage. Man nehme den Zusammenschluss «zur Kenntnis». Auch Edipress gab auf Anfrage keinen Kommentar ab. (sda)

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