Aktualisiert 22.12.2009 17:43

SchweinegrippeTamiflu-resistente Viren in der Schweiz

Erstmals sind in der Schweiz Schweinegrippe-Viren entdeckt worden, die gegen das Roche-Grippemedikament Tamiflu resistent sind.

Die H1N1-Viren wurden bei zwei hospitalisierten Patienten entdeckt, deren Immunsysteme stark geschwächt sind, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag mitteilte.Beide Patienten, bei denen der Tamiflu-Wirkstoff Oseltamivir gemäss Mitteilung «nicht mehr im gewohnten Ausmass» gewirkt hat, werden weiterhin im Spital behandelt.

Entdeckt wurden die resistenten Viren vom Nationalen Referenzzentrum für Influenza (NZI) in Genf, das den Verlauf der Pandemie überwacht und allfällige Veränderungen des H1N1-Virus dem BAG meldet. Neben den beiden Einzelfällen seien in der Schweiz bisher keine weiteren veränderten Viren gefunden worden.

Für Experten nicht überraschend

Vereinzelte Fälle von Tamiflu-Resistenz kämen für die Experten nicht überraschend, da sie punktuell bereits im Ausland aufgetreten sei, so in Deutschland, Frankreich, Norwegen und Britannien, heisst es in der Mitteilung weiter. Grippeviren seien für ihre genetische Veränderbarkeit bekannt. Resistenzen gegen antivirale Medikamente würden hin und wieder auch bei saisonalen Grippeviren beobachtet.

Für die breite Bevölkerung hätten die Beobachtungen des NZI keine Auswirkungen, schrieb das BAG. Die Impfung sei nach wie vor die wirksamste Methode, um sich vor pandemischer Grippe zu schützen. Sie bereite das Immunsystem darauf vor, bei der Ansteckung das Virus zu erkennen und eine Infektion abzuwehren. Vor allem Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko und ihre nahen Bezugspersonen sollten sich impfen lassen, da dies die Gefahr einer Erkrankung und möglicher Komplikationen erheblich verringere. Auch alle andern Personen könnten sich freiwillig und kostenlos impfen lassen.

Schweinegrippe am Abklingen

Letzten Donnerstag hatte das BAG bekannt gegeben, dass die Schweinegrippe-Pandemie am Abklingen ist. In der Vorwoche waren noch gut 900 laborbestätigte H1N1-Infektionen gezählt worden. Das waren rund 700 Fälle weniger als in der Woche zuvor. Drei Wochen früher war mit rund 2.350 Fällen der höchste Wochenwert registriert worden. Bisher wurden neun Todesopfer gezählt, allesamt Angehörige einer Risikogruppe. 4,5 Millionen von insgesamt 13 Millionen Impfdosen werden nicht mehr benötigt und sollen entweder der Weltgesundheitsorganisation WHO gespendet oder an andere Länder verkauft werden. (dapd)

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