Aktualisiert 13.07.2008 20:10

Vertreibung aus Gotteshaus

Tamilen auf der Suche nach einem heiligen Stück Land

Über 1000 Tamilen feierten am Wochenende in Bern ihr traditionelles Tempelfest. Nicht ganz unbeschwert, denn ihnen droht die Vertreibung aus ihrem Gotteshaus.

von
Patrick Marbach

Männer mit nackten Oberkörpern und in bunte Tücher gehüllte Frauen strömen in die alte Lagerhalle bei der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA). Im wichtigsten Hindu-Tempel für die rund 6000 im Kanton Bern wohnhaften Tamilen huldigen sie mit Räucherstäbchen, Blütenblättern und Opferspeisen ihren Göttern und bitten sie um Hilfe: «Wir wissen nicht, wie es weitergeht», klagt Suvendran Sugiurthiny von der Tempelgemeinde.

Der Mietvertrag läuft bald aus und die KVA wird abgerissen. Die Stadt hat den Hindus zwar einen Platz im Haus der Religionen angeboten, aber Sugiurthiny winkt ab: «Wir können nicht mit Muslimen unter ein Dach ziehen, unsere Kulturen sind zu verschieden.»

Statt dessen möchten die Tamilen in der Region Bern den grössten Tempel der Schweiz bauen und suchen mindestens 2000 Quadratmeter Bauland. Doch bisher sind sie überall abgeblitzt: «Unsere Feiern sind laut, zudem brauchen wir viele Parkplätze», erklärt Sugiurthiny.

Als nächstes wollen die Tamilen versuchen, ein ehemaliges SBB-Gelände in Thörishaus oder ein Privatgrundstück in Oberwangen zu kaufen.

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