EM-Halbfinal: Tamis Qual der Wahl

Aktualisiert

EM-HalbfinalTamis Qual der Wahl

Wer ersetzt den gelbgesperrten Granit Xhaka im U21-EM-Halbfinal gegen Tschechien? Für Natitrainer Pierluigi Tami eine wahre Knacknuss.

von
Eva Tedesco
Herning
Pajtim Kasami, Amir Abrashi, Moreno Costanzo und Xavier Hochstrasser (v.l. / Bild: Keystone/AP)

Pajtim Kasami, Amir Abrashi, Moreno Costanzo und Xavier Hochstrasser (v.l. / Bild: Keystone/AP)

Praktisch nahtlos fügten sich die jeweiligen Backups von Pierluigi Tami ins Team ein, wenn sie zum Zug kamen. Der U21-Naticoach konnte sich in den Gruppenspielen jeweils auf seine Ersatzleute verlassen und bewies ein goldenes Händchen, wenn es darum ging, Rotationen vorzunehmen. Die Zwangs-Rotation von Xhaka aus dem Halbfinal stellt den Trainer vor eine Denkaufgabe. Der Bebbi hat im Spiel gegen Weissrussland die zweite gelbe Karte gesehen und ist gesperrt. Ärgerlich war die erste Verwarnung nach einem blitzsauberen Tackling im Spiel gegen Island.

«Die Sperre ist schade für Granit, aber das ist auch ein Teil des Spiels», sagt Tami; «Aber ich habe ein tolles Team mit dreiundzwanzig Spielern, was mir diverse Möglichkeiten lässt, ihn zu ersetzen.» Genauer sind es vier: Amir Abrashi (GC), der bei seinen Kurzeinsätzen zu überzeugen wusste und sich als perfekter Joker erwies. Pajtim Kasami (Palermo), der auf einen Einsatz brennt und mit seiner Präsenz und Abgebrühtheit gegen die Tschechen gut passen würde. Moreno Costanzo (YB), der seine mangelnden Physis mit guter Technik wettmacht, wobei ein Mittelfeld bestehend aus Frei/Costanzo wohl doch zu offensiv ausfallen würde. Und schliesslich Xavier Hochstrasser (Padua), dessen Qualität eher in der Defensive liegt und der als Scheibenwischer vor der Abwehr die grösste Wirkung erzielen kann. Voraussichtlich triffts Hochstrasser. Er hat die besten Karten.

Siegen für Xhaka

Mit drei Spielen, neun Punkten und 6:0 Toren geht die Schweiz statistisch mit Vorteilen und als Favorit in den Halbfinal gegen die Tschechen. Vor den Schweizern hat es bisher nur ein Team geschafft, in einem Halbfinal zu stehen, ohne vorher ein Gegentor kassiert zu haben. Das waren die Franzosen 2007. Gegentor hin oder her, was zählt, ist ein Sieg. Und den will Tami unbedingt: «Ich wünsche mir, dass wir Granit mit einem Sieg die Finalteilnahme ermöglichen.»

EM-Out für Affolter

Am Tag des Halbfinals gegen Tschechien hat der Schweizer Verteidiger François Affolter sein persönliches EM-Out zu verkraften. Der YB-Akteur erlitt im Training einen Muskelriss im rechten Oberschenkel und fällt bis zum Ende des Turniers aus.

Der 20-Jährige gehörte in den letzten zwei Partien nicht mehr zum Stamm der Equipe. Er verlor seinen Platz nach dem Startsieg gegen die Dänen (1:0), wäre aber der erste Ersatz gewesen, falls sich Timm Klose oder Jonathan Rossini verletzt hätte.

Affolter wird trotz des negativen MRI-Check-Resultats in Dänemark bleiben und das Team-Camp bis zur Rückreise am kommenden Sonntag nicht verlassen.

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