Tanja Frieden: Paukenschlag zum WM-Start?
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Tanja Frieden: Paukenschlag zum WM-Start?

Die Snowboard-WM in Arosa könnte aus Schweizer Sicht mit einem Paukenschlag beginnen. Im Snowboardcross am Sonntag (ab 14.00 Uhr) gehören die Einheimischen zu den Anwärtern auf Medaillen.

Der Schweizer Teamleader Marco Huser erklärte die Ausgangslage vor dem ersten WM-Rennen trefflich: «Alle haben viel trainiert, jeder weiss, was er kann. Es stellt sich aber die Frage, wo man mit seinen Leistungen zur Zeit steht», sagte der Glarner. Die prekären Schneeverhältnisse liessen bislang keine Rennen zu, so dass die Form noch nicht überprüft werden konnte. Umso grössere Bedeutung kam den ersten Trainingsfahrten in Arosa zu. «Der Kurs gefällt. Trotz wenig Schnee ist er besser als erwartet», berichtete Huser, der unter den Schweizer Männern als aussichtsreichster Kandidat für einen Podestplatz gilt.

Huser wirkt entschlossen: «Eine Medaille ist mein Ziel, zumal ich seit der letzten WM noch eine Rechnung offen habe.» Der regelmässige X-Games-Teilnehmer dominierte die Gegnerschaft vor zwei Jahren in Whistler Mountain bis zum Halbfinal nach Belieben. Er wurde jedoch in der zweitletzten Kurve nach einem riskanten Überholmanöver des Deutschen Michael Layer abgedrängt und verpasste den Final der besten Vier. Heuer klingen die Namen der anderen drei Schweizer Fahrer vielleicht weniger bekannt als 2005, aber «wir haben noch weitere Eisen im Feuer» (Huser). «Für Stephan Werlen, Guillaume Nantermod und den im Europacup stark fahrenden Reto Jenni ist der Halbfinal-Einzug durchaus möglich.»

Frieden und Co. sind gefordert

Bei den Frauen richtet sich der Fokus auf Tanja Frieden. Die Berner Oberländerin bestreitet in Arosa, wo sie bei ihren drei bisherigen Auftritten 2003 und 2004 immer einen Podestplatz erreichte (einmal Zweite, zweimal Dritte), ihren ersten FIS-Wettkampf seit dem Olympiasieg in Bardonecchia. Beunruhigt über die fehlende Wettkampfpraxis ist die «Sportlerin des Jahres» nicht. «Ich brauche nicht tausend Rennen, um in Form zu sein», sagte sie jüngst.

Neben Frieden starten auch Sandra Frei und Mellie Francon mit (berechtigten) Medaillenhoffnungen. die Europacup-Leaderin Frei verpasste im letzten Winter die Olympia-Qualifikation nur hauchdünn, die zweifache Schweizer Meisterin Francon beklagte in der Vergangenheit immer wieder Pech an wichtigen internationalen Titelkämpfen. Für die kurzfristig nachnominierte Juniorin Simona Meiler geht es primär darum, sich behutsam ans Spitzenniveau heranzutastenen. Die 17-jährige Flimserin startete erst zwei Mal im Weltcup.

(si)

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