Nachtbetrieb: Tankstellen: Staat verbietet Alkoholverkauf
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NachtbetriebTankstellen: Staat verbietet Alkoholverkauf

Kaffee und Milch statt Bier und Schnaps: Ab Juli 2009 dürfen Tankstellenshops während der Nacht keinen Alkohol mehr verkaufen. Die Tankstellenbetreiber sind verärgert, die Kunden verwirrt.

Mitten in der Nacht billig Alkohol und Esswaren kaufen: Ab Juli 2009 werden diese Zeiten der Vergangenheit angehören. Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco hat beschlossen, dass ab diesem Zeitpunkt sämtliche Tankstellenshops zwischen ein und fünf Uhr morgens nur noch ein beschränktes Sortiment anbieten dürfen. Verkaufen dürfen sie nur noch Benzin, Kaffee und Snacks, Schnaps und Bier sind tabu. Skurrile Situationen könnten die Folge sein: Kunden dürfen weiterhin in die Shops, um ihre Tankladung an der Kasse zu bezahlen, können aber keine Produkte aus den Regalen kaufen - die wenige Meter danebenstehen. Eine Tankstellenbesitzerin sagte gegenüber dem «Tages-Anzeiger», sie befürchte Ärger mit den Kunden. Diese würden so eine Regelung kaum verstehen.

Umsatzeinbussen, Kündigungen

«Es geht um die Einhaltung des Arbeitsgesetzes», erläutert Christiane Aeschmann, Leiterin Arbeitnehmerschutz beim Seco, die Gründe der alltagsuntauglichen Neuerung. Nachtarbeit sei nur gerechtfertigt, wenn sie für eine Mehrheit der Bevölkerung unentbehrlich sei. Bei Tankstellenshops sei dies nicht der Fall.

Betroffen sind sieben Tankstellen im Kanton Zürich. In anderen Kantonen gibt es noch keine 24-Stunden-Tankstellenshops. Die Betreiber ärgern sich: «Nachtschwärmer, Taxifahrer und Polizisten – alle versorgen sich in öffentlichen Shops. Sie entsprechen offensichtlich einem öffentlichen Bedürfnis», sagte Rolf Hartl, Geschäftsführer der Erdöl-Vereinigung. Die Tankstellenbesitzer befürchten massive Umsatzeinbussen und entsprechenden Personalabbau.

Noch nicht geklärt ist der Status der Autobahntankstellen, die rund um die Uhr offen sind. Das Seco prüft nun, wie die Arbeitsgesetze hier anzuwenden sind.

(job)

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