16.04.2019 09:50

Teure FerienTankstellen verteuern vor Ostern das Benzin

Direkt vor den Feiertagen werden Benzin und Diesel teurer. Tun das die Tankstellen absichtlich, um von Oster-Reisenden zu profitieren?

von
R. Knecht
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Vor Ostern ziehen die Spritpreise an – ist das ein Fakt oder ein falscher Eindruck?

Vor Ostern ziehen die Spritpreise an – ist das ein Fakt oder ein falscher Eindruck?

Keystone/Christian Beutler
Ein Leser berichtet etwa empört: «Innert zehn Tagen stieg der Benzinpreis um 9 Rappen.»

Ein Leser berichtet etwa empört: «Innert zehn Tagen stieg der Benzinpreis um 9 Rappen.»

Keystone/Christian Beutler
Laut dem Vergleichsportal Globapetrolprices.com kostet ein Liter Benzin in der Schweiz derzeit im Schnitt 1.53 Franken. Das sind 4 Rappen mehr als noch vor zwei Wochen.

Laut dem Vergleichsportal Globapetrolprices.com kostet ein Liter Benzin in der Schweiz derzeit im Schnitt 1.53 Franken. Das sind 4 Rappen mehr als noch vor zwei Wochen.

Globapetrolprices.com

Wer über Ostern mit dem Auto verreist, wird sich ärgern: Tankstellen erhöhen derzeit grossflächig die Preise – ausgerechnet jetzt, wo viele Autofahrer über die Feiertage unterwegs sind und fleissig tanken gehen. Ein Leser berichtet etwa empört: «Innert zehn Tagen stieg der Benzinpreis um 9 Rappen.»

In der ganzen Schweiz gehts aufwärts mit dem Treibstoffpreis: Laut dem Vergleichsportal Globalpetrolprices.com kostet ein Liter Benzin in der Schweiz derzeit im Schnitt 1.53 Franken. Das sind 4 Rappen mehr als noch vor zwei Wochen.

Die Statistik zeigt: Seit Ende März steigen die Schweizer Benzinpreise. (Bild: Globalpetrolprices.com)

Viele Tankstellenbetreiber bestätigen auf Anfrage von 20 Minuten, dass der Treibstoff an ihren Zapfsäulen teurer wird. Bei Coop heisst es etwa, man habe die Preise für Benzin und Diesel am Freitag – pünktlich zum Beginn der Osterferien in vielen Kantonen – um 3 Rappen pro Liter erhöht. Bei Migrol fand die letzte generelle Preiserhöhung am Donnerstag statt.

Eines wollen sämtliche Tankstellen aber klarstellen: An Ostern liege das nicht. «Die lokalen Feiertage oder Ferien sind für unsere Preisgestaltung nicht ausschlaggebend», sagt etwa Annabel Ott, Sprecherin von Agrola. Die Hauptfaktoren seien der seit Mitte März steigende Rohölpreis und Dollarkurs. Bei Shell heisst es immerhin, dass die steigende Nachfrage, etwa wenn mehr Leute tanken gehen, die Preisgestaltung beeinflusse.

Riskante Preiserhöhung

Dass einzelne Tankstellenbetreiber extra auf Ostern hin die Spritpreise erhöhen, sei nicht auszuschliessen, sagt Daniel Graf vom TCS zu 20 Minuten. Allerdings ist das laut dem Touring-Club aus geschäftlicher Sicht riskant, weil das Tankstellennetz der Schweiz sehr dicht sei. Dadurch haben Konsumenten viele Alternativen, wenn der Preis bei einer einzelnen Tankstelle plötzlich in die Höhe schnellt.

Ein Blick auf die Entwicklung der Treibstoffpreise über mehrere Jahre zeigt zudem, dass der Anstieg nicht direkt mit Ostern zu tun hat. Zwar kommt es immer wieder vor, dass die Preise im Vorfeld des Feiertags zu klettern beginnen. Sie steigen aber auch danach weiter, wie Graf sagt: «Im Sommerhalbjahr wird mehr Auto gefahren als im Winterhalbjahr – also steigen die Treibstoffpreise.»

Autofahrer werden sensibler

In vergangenen Jahren ist es laut TCS schon vorgekommen, dass die Treibstoffpreise zu Ostern sogar niedriger waren als in den Wochen davor und danach. Trotzdem fühlt es sich für Konsumenten an, als würden die Preise jedes Jahr auf die Feiertage hin erhöht. «Das lässt sich dadurch erklären, dass Verluste mehr negative Emotionen als Gewinne positive Emotionen auslösen», sagt Preispsychologe Christian Weibel von der Hochschule Luzern zu 20 Minuten. Wenn man mehr fürs Benzin bezahlen müsse, bleibe einem das darum eher in Erinnerung, als wenn das Gegenteil der Fall sei.

Die Spritpreise steigen zwar, sie erreichen derzeit aber noch keine Rekordwerte. Im Januar etwa war Benzin in der Schweiz noch leicht teurer als zu Ostern. Für den Konsumenten ist es trotzdem schmerzhaft: «Da man an Ostern vielleicht mit dem Auto in die Ferien geht und generell wieder häufiger Auto fährt, ist man als Autofahrer wieder sensibler für Benzinkosten und Preisanstiege», sagt Weibel.

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