Muzzano TI: Tankstellenshop entfernt Verfallsdaten auf Snacks
Aktualisiert

Muzzano TITankstellenshop entfernt Verfallsdaten auf Snacks

An einer Tessiner Tankstelle wurden regelmässig Verfallsdaten auf Produkten entfernt, um diese weiterhin zu verkaufen. Jetzt reden die ehemaligen Angestellten.

von
duf
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Mitarbeiterinnen eines Tankstellenshops mussten regelmässig das Ablaufdatum von süssen Snacks, wie Kinder Brioss, entfernen. Die Produkte wurden dann als neu verkauft.

Mitarbeiterinnen eines Tankstellenshops mussten regelmässig das Ablaufdatum von süssen Snacks, wie Kinder Brioss, entfernen. Die Produkte wurden dann als neu verkauft.

tio.ch/ 20minuti
Mit speziellen Stiften oder Nagellack-Entferner machten die Mitarbeitenden die Verfallsdaten unsichtbar.

Mit speziellen Stiften oder Nagellack-Entferner machten die Mitarbeitenden die Verfallsdaten unsichtbar.

tio.ch/ 20minuti
Auf den ersten Blick ist die Manipulation nicht zu sehen.

Auf den ersten Blick ist die Manipulation nicht zu sehen.

tio.ch/ 20minuti

In den letzten Tagen hat 20 minuti bei einem Tankstellenshop in Muzzano TI mehrere Einkäufe getätigt. Verschiedene Tests haben alle dasselbe Resultat gebracht: Auf den Verpackungen fehlt in der Regel das Verfallsdatum.

Ehemalige Verkäuferinnen einer Tankstelle erzählen nun, wie sie dazu gezwungen wurden, das Verfallsdatum auf den Verpackungen süsser Snacks zu entfernen. Diese werden dann als neu verkauft, weisen jedoch kein Verfallsdatum mehr auf. Auf den ersten Blick sieht man die Manipulation nicht.

Shopleiter stiftete Angestellte an

Es handelt sich weder um einen Fehler noch um einen Zufall, wie einige ehemalige Verkäuferinnen der Kette anonym erzählen. «Der Inhaber wies uns jeden Morgen dazu an, abgelaufene Produkte als neue zu verkaufen», erklären sie. Dabei handelte es sich um Süssigkeiten wie Kinder Brioss, Nutella B-ready und Kinder Bueno.

«Wir mussten auf den abgelaufenen Produkten das Verfallsdatum entfernen – entweder mit einem speziellen Stift oder mit Nagellack-Entferner.» Dieser Trick wird noch immer angewandt, wie aus dem Test hervorgeht.

Nicht gesundheitsgefährdend

Und es handelt sich nicht um einen Einzelfall. «Wir wurden schon früher auf solche Vorkommnisse aufmerksam gemacht», sagt Marco Jermini, Direktor des kantonalen Labors. Diese Praxis sei nicht sehr häufig, «auch wenn unsere Inspektoren bei Ladenkontrollen immer wieder auf abgelaufene Waren stossen». Eventuelle Strafen oder Bussen hängen von der Art der Ware und des Orts ab, wo sie sich befindet.

Ein im Regal vergessenes Produkt wird nicht gleich geahndet wie abgelaufene Ware, die, wie im vorliegenden Fall, gut sichtbar zum Kauf angeboten wird. «Im Gegensatz zu frischen Produkten gehören süsse Snacks nicht in die Kategorie der Lebensmittel, die die Gesundheit gefährden», erklärt Jermini.

«Dennoch ist es schlimm, dass Informationen über das Verfalldatum eines Produkts absichtlich geändert werden», fügt er an. «Konsumenten werden dabei betrogen und folglich wird die Tat als Betrug geahndet.»

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