Tanz auf dem Vulkan: Brandgefährliche Clubs
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Tanz auf dem Vulkan: Brandgefährliche Clubs

In zwei Dritteln aller kontrollierten Berner Lokale machen Mängel beim Brandschutz den Ausgang zum Risiko.

Massenpanik und kein Entrinnen für die im Rauch umherirrenden Partygäste: Damit es bei einem Disco-Brand nicht zu diesem Horrorszenario kommt, kontrolliert die Gebäudeversicherung (GVB) die Ausgeh-Tempel besonders intensiv. «Dabei stossen wir in zwei Dritteln aller Fälle immer noch auf Sicherheitsmängel», sagt Christoph Lienert von der GVB. Er startet jetzt eine neue grosse Kontrollrunde.

Zu den häufigsten Sünden gehören abgeschlossene Notausgänge, verstellte Fluchtwege und leicht entflammbare Dekorationen. Wenn gravierende Mängel nicht behoben werden, kann die GVB den Schuppen schliessen lassen. Aber meistens reicht es, das Bewusstsein für gefährliche Situationen zu schärfen. Den Gästen empfiehlt Lienert, sich für den Notfall einen Fluchtplan zurechtzulegen: «Dabei darf man sich ruhig beim Personal versichern, ob eine Türe wirklich aufgeht.» Falls dies nichts nützt, würde Lienert den Laden sofort verlassen.

«Besonders Kulturlokale, die von der öffentlichen Hand unterstützt werden, können sich keine Fehler leisten», sagt Jane Wakefield vom Club-Dachverband Petzi. Es seien eher die profitorientierten Veranstalter, die bei der Sicherheit sparen.

Patrick Marbach

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