Aktualisiert 16.03.2017 08:58

«Darf ich bitten?»

Tanzshow mit ziemlich dicker Staubschicht

Prominente, die zu bekannter Musik tanzen: Besonders originell ist dieses Konzept nicht. Bei SRF spricht man trotzdem von einer «Eigenentwicklung».

von
Yves Schott
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SRF bringt am 20. Mai eine neue Samstagabend-Show mit dem Namen «Darf ich bitten?».

SRF bringt am 20. Mai eine neue Samstagabend-Show mit dem Namen «Darf ich bitten?».

SRF
Moderiert wird die Sendung von Sandra Studer (48), die nach längerer Pause auf den Bildschirm zurückkehrt.

Moderiert wird die Sendung von Sandra Studer (48), die nach längerer Pause auf den Bildschirm zurückkehrt.

SRF/Oscar Alessio
Im Interview mit 20 Minuten sagt sie: «Die Zuschauer sehen, wie sich die vier Prominenten ins kalte Wasser stürzen und sich in sehr verschiedenen Tanzstilen versuchen müssen.»

Im Interview mit 20 Minuten sagt sie: «Die Zuschauer sehen, wie sich die vier Prominenten ins kalte Wasser stürzen und sich in sehr verschiedenen Tanzstilen versuchen müssen.»

SRF/Oscar Alessio

Deutschland hat «Let's Dance». Und das seit über zehn Jahren. «Dancing Stars» läuft im ORF seit 2005. Und in England schwingen Prominente seit 2010 bei «Got to Dance» zu populärer Musik das Tanzbein.

Nun, im Jahre 2017, entdeckt auch SRF dieses Konzept. Am 20. Mai schwofen vier Schweizer Prominente bei «Darf ich bitten?» durch das «letzte Jahrhundert des Tanzes», wie es in einer Mitteilung heisst. Natürlich gibt es in jeder Runde eine Challenge und einen Coach, der den Teilnehmern stets zur Seite steht.

Fehlender Mut zur Frische

Besonders neu und kreativ ist das nicht. Dennoch spricht Reto Peritz, SRF-Bereichsleiter Show, von einer «typisch Schweizerischen Eigenentwicklung». Deswegen seien auch die «bereits bekannten Fernsehformate nicht in Frage gekommen».

Bei den vier Prominenten handelt es sich um Moderatorin Susanne Kunz (38), Sängerin Maja Brunner (65), Musiker Michael von der Heide (45) und Schwinger Remo Käser (20). Alles bekannte Namen, sicher. Mut zum Risiko sieht aber anders aus. «Am Samstagabend ist das Alterssegment unserer Zuschauerinnen und Zuschauer sehr breit und familiär», kontert Reto Peritz.

Mit Sandra Studer (48) holt SRF zudem zwar eine erfahrene und kompetente Gastgeberin an Bord, doch auch hier fehlt der Mut, den Zuschauern ein frisches Gesicht zu präsentieren. «Sandra Studer ist bei unserem Publikum eine ausgesprochen gern gesehene und beliebte Moderatorin und passt wunderbar zu diesem neuen Format», meint Peritz dazu.

«Schöne und bildstarke Tanzauftritte»

Studer, die eigentlich selbst hätte tanzen sollen, wegen einer Entzündung an der Schulter aber absagen musste, ist der Meinung, der Samstagabend gehöre der ganzen Familie: «Es müssen populäre Figuren her, die man mag, die aber sehr unterschiedlich sind.»

Auf die Frage, wie SRF überhaupt darauf gekommen sei, eine (einmalige) Tanzsendung ins Programm aufzunehmen, meint Peritz übrigens: «Im Rahmen von ‹Die grössten Schweizer Talente› hatten wir immer wieder sehr schöne und bildstarke Tanzauftritte – das brachte uns darauf, dem Thema Tanz eine eigene Show zu widmen.»

«Statt zu entstauben verstaubt SRF solche Shows»

PR-Profi Ferris Bühler ist vom Konzept enttäuscht: «Es ist zwar schön, dass sich SRF um neue Formate bemüht. Doch es sind nicht eigene, sondern solche, die stark an jene der privaten Sender angelehnt sind. Statt zu entstauben verstaubt SRF solche Shows.»

Und weiter: «SRF erreicht damit zwar sein bisheriges Stammpublikum. Was man aber sicher nicht schafft, ist, neue Zuschauer vor den Fernseher zu holen, das ergibt sich schon allein aus dem Titel. Das ist sehr schade.»

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