Feiern zu Corona-Zeiten: Tanzverbot und Maskenpflicht – so wird im Ausland gefeiert
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Feiern zu Corona-ZeitenTanzverbot und Maskenpflicht – so wird im Ausland gefeiert

Nach dem ersten Superspreader-Event in der Schweiz zittern Clubbetreiber, ob ihnen bald wieder die Schliessung bevorsteht. Andere Länder haben bereits Wege gefunden, die Leute wieder sicher feiern zu lassen.

von
Bianca Lüthy
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In Deutschland bleiben die Clubs bis auf weiteres geschlossen. Hier im Bild der Club Berghain in Berlin.

In Deutschland bleiben die Clubs bis auf weiteres geschlossen. Hier im Bild der Club Berghain in Berlin.

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In Spanien haben Clubs seit dem 8. Juni geöffnet, es darf aber nicht getanzt werden. Die Tanzflächen müssen zur Seating-Area umfunktioniert werden.

In Spanien haben Clubs seit dem 8. Juni geöffnet, es darf aber nicht getanzt werden. Die Tanzflächen müssen zur Seating-Area umfunktioniert werden.

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Auch Boot-Partys sind auf den Baleareninseln nicht erlaubt.

Auch Boot-Partys sind auf den Baleareninseln nicht erlaubt.

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Darum gehts

  • In der Schweiz haben die Nachtclubs wieder geöffnet.
  • Das ist nicht in jedem Land der Fall.
  • In Spanien darf zum Beispiel nicht getanzt werden.

Seit der Öffnung der Nachtclubs hat die Schweiz wieder mit mehr Corona-Fällen zu kämpfen. Der Infektionsherd vom Zürcher Club Flamingo zog sich bis nach Spreitenbach und Olten, und auch der Club Plaza hatte Fälle zu verzeichnen. War die Öffnung der Clubs in Kombination mit der Aufhebung der Sperrstunde ein Fehler? Steigen Infektionen nun weiter, solange in den Clubs der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann und keine Maskenpflicht herrscht?

Die Schweiz hat mit den Lockerungen einen grossen Schritt gewagt. In Schweden, wo eine äusserst lockere Strategie im Kampf gegen das Virus gefahren wurde, sind Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen noch immer nicht gestattet und in Discos sind nur Tischplätze erlaubt, wie das «Thuner Tagblatt» schreibt. Dies, damit der Mindestabstand zu jeder Zeit gewährleistet wird.

Keine Party in Ibiza & Co.

Doch wie machen andere Länder Party seit der Corona-Krise? In Deutschland sind zurzeit bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen nur 150 Personen erlaubt. Diese Bestimmung soll aber bald auf 300 erweitert werden. Ab August sollen dann 500 Personen erlaubt sein und ab Oktober 1000. Die Clubs bleiben aber dennoch bis auf weiteres geschlossen.

In Spanien haben Clubs und Bars seit dem 8. Juni wieder geöffnet. Gross feiern kann man aber nicht, da es verboten ist, zu tanzen. Die Tanzflächen mussten mit Tischen umfunktioniert werden, sodass Gäste sitzen und der Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. Berichten zufolge ist es Clubs mit Aussenbereichen sowie Beach-Clubs erlaubt, Veranstaltungen durchzuführen – solange nicht getanzt wird. Auf der Party-Insel Ibiza haben die grossen Clubs entschieden, gar nicht erst zu öffnen. Ob dann diesen Sommer noch viele Touristen auf die Baleareninsel reisen werden, ist fraglich. Eine prekäre Situation für Ibiza, das hauptsächlich vom Partytourismus lebt. Laut «El Mundo» generiert dieser im Jahr um die 770 Millionen Euro, und 35 Prozent aller Jobs auf der Insel sind in der Tourismusbranche angesiedelt.

Italien öffnet Clubs Mitte Juli

Auch Griechenland hat seit dem 8. Juni seine Clubs geöffnet. Dies ist gemäss Euronews darauf zurückzuführen, dass die meisten Bars und Nachtclubs im Freien operieren. In Italien ist die Öffnung der Clubs auf den 14. Juli angesetzt. Diese untersteht der strengen Einhaltung der Hygieneregeln.

In Grossbritannien dürfen Pubs und Restaurants unter Einhaltung der Sicherheitsmassnahmen ab dem 4. Juli wieder öffnen. Nachtclubs und Bars, in denen Livemusik gespielt wird und DJs auflegen, müssen vorerst geschlossen bleiben. In den Niederlanden bleiben alle Clubs bis mindestens September geschlossen. Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel dürfen bis zu 250 Personen teilnehmen, sofern der Mindestabstand eingehalten werden kann.

China feiert wieder

Die USA wurden von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen. Eine Öffnung der Nachtclubs ist in absehbarer Zeit nicht vorgesehen, sie werden erst in der letzten Phase der Lockerungsmassnahmen öffnen können. In China hingegen, wo das Coronavirus ursprünglich ausgebrochen ist, darf erstaunlicherweise wieder gefeiert werden. Doch gibt es strenge Auflagen, wie dass Partybesucher eine Tracing-App der Regierung auf ihrem Smartphone installieren müssen, um in die Clubs eingelassen zu werden. Zudem findet ein Temperatur-Check statt, und ein Formular mit den persönlichen Angaben muss ausgefüllt werden. Eine Maskenpflicht gibt es nur für die Angestellten.

Gemäss Alex Blatt, einem britischen Staatsbürger mit Wohnsitz in Peking, ist der «Ausgang» kein Vergleich mehr zu früher, wie er zu BBC sagt. «Man fragt sich ständig, ob man nun alles richtig ausgefüllt und alle Regeln befolgt hat.» Dennoch könne man in den Clubs Spass haben: «Die Betreiber und Angestellten wissen, dass es für alle eine besondere Situation ist und tun ihr Bestes, damit die Gäste ihre Zeit im Club geniessen können.»

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