10 bis 70 Prozent Rabatt - Tarifverbund lanciert mit Sparbilletten eine Premiere in der Schweiz
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10 bis 70 Prozent RabattTarifverbund lanciert mit Sparbilletten eine Premiere in der Schweiz

Ab Freitag sind innerhalb des Tarifverbundes Passepartout Sparbillette erhältlich. Damit ist der Tarifverbund der Kantone Luzern, Obwalden und Nidwalden der erste in der Schweiz mit diesem Angebot. Pro Bahn Zentralschweiz geizt nicht mit Kritik.

von
Cheyenne Wyss
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Ab Freitag bietet der Tarifverbund Passepartout Sparbillette an.

Ab Freitag bietet der Tarifverbund Passepartout Sparbillette an.

Anna-Tia Buss / Tamedia
Damit ist Passepartout der erste Tarifverbund der Schweiz, der vergünstigte Billette anbietet.

Damit ist Passepartout der erste Tarifverbund der Schweiz, der vergünstigte Billette anbietet.

Anna-Tia Buss / Tamedia
Auf insgesamt sechs Strecken bietet Passepartout Sparbillette ausserhalb der Stosszeiten an.

Auf insgesamt sechs Strecken bietet Passepartout Sparbillette ausserhalb der Stosszeiten an.

Tarifverband Passepartout

Darum gehts

  • Der Tarifverbund Passepartout führt ab Freitag als erster Tarifverbund in der Schweiz Sparbillette ein.

  • Die Sparbillette sind analog zu der bereits vorhandenen Sparbillette des Nationalen Direkten Verkehrs konzipiert, die man von den SBB-Verbindungen her kennt.

  • Je früher man Billette kauft desto besser, frühestens aber 60 Tage vor dem Reisedatum.

  • Die Rabatte auf die regulären Preise betragen zehn bis 70 Prozent.

  • Pro Bahn Zentralschweiz begrüsst das neue Angebot grundsätzlich.

  • Kritisiert wird aber die grundsätzliche Schwäche des Schweizer Tarifsystems.

«Mit Sparbilletten können preisbewusste Kundinnen und Kunden von reduzierten Tarifen profitieren und ausserhalb der Hauptverkehrszeiten auf weniger ausgelasteten Verbindungen reisen», so der Tarifverbund Passepartout, der am Donnerstag sein neues Angebot den Medien präsentierte. Denn: Ab Freitag gibt es neu Sparbillette im Regionalverkehr. Damit will Passepartout auch neue Kundinnen und Kunden für den ÖV gewinnen und dem veränderten Mobilitätsverhalten infolge der Corona-Pandemie Rechnung tragen.

Analog zu der Sparbilette vom Nationalen Direkten Verkehr

Dabei bietet der Nationale Direkte Verkehr (NDV) bereits seit 2009 Sparbillette, die man von den SBB-Strecken her kennt, an. «Mit den Sparbilletten von Passepartout wollen wir das Angebot des NDVs ergänzen und vergünstigte Billette für den Regionalverkehr anbieten», so Romeo Degiacomi, Mediensprecher Tarifverbund Passepartout. Bis anhin waren etwa Sparbillette für die Strecke Luzern - Olten erhältlich, nicht aber für die kürzere Interregio-Strecke Luzern - Zofingen. Das heisst etwa, dass eine kürzere Strecke mit dem gleichen Zug teurer war als die längere Fahrt mit einem Sparbillett im selben Zug. Grundsätzlich sind die Passepartout-Sparbillette laut Degiacomi analog zu der Sparbillette des NDVs konzipiert worden.

So früh wie möglich kaufen

Neben der Hoffnung Mehrverkehr zu generieren, will man mit den Sparbilleten zudem die Reisenden auf Züge umlenken, die ausserhalb der Stosszeiten weniger Passagiere befördern. Dabei soll für Kundinnen und Kunden mit dem Sparbillett ein Rabatt von 10 bis 70 Prozent herausschauen im Vergleich mit dem regulären Preis. Um von Rabatten zu profitieren, muss das Billett aber früh bezogen werden. Am besten ist es so früh wie möglich, allerdings maximal 60 Tage im Voraus. Falls das jeweilige Kontingent noch nicht ausgeschöpft ist, können Kunden Sparbillette bis maximal eine Stunde vor der Abfahrt kaufen.

Gelten nur für gewählte Verbindung und Zeit

Im Gegensatz zu den Zonenbilletten würden die Sparbillette aber nur für die ausgewählte Verbindung und Zeit gelten. Dies ist mit ein Grund, weshalb es keine Sparbillette für Busverbindungen gibt. Degiacomi: «Für Busverbindungen Sparbillette anzubieten, wäre viel zu komplex, weil das Busnetz sehr viele Reisemöglichkeiten bietet. Eine Busstrecke in der Stadt Luzern wird etwa vielerorts durch mehrere Linien bedient, welche innerhalb weniger Minuten fahren. Erwischt man dann aus Versehen etwa einen früheren oder späteren Bus, hätte man für diese Fahrt kein gültiges Billett

Auf folgenden Strecken werden Sparbillette ab Freitag angeboten:

  • RE Luzern–Wolhusen–Escholzmatt (BLS)

  • IR15 und IR27 Luzern–Sursee–Zofingen (SBB)

  • VAE Luzern–Küssnacht am Rigi (SOB)

  • IR Luzern–Stans–Engelberg (Zentralbahn)

  • IR Luzern–Sarnen–Lungern (Zentralbahn)

Die Sparbillette können für Hin- und Rückfahrten gekauft werden.

Können mit regulär bezahlten Strecken kombiniert werden

Dabei ist es möglich diese Streckenabschnitte der Sparbillette mit anderen Fahrten zu üblichen Preisen zu kombinieren. Auf diese Weise können die günstiger angebotenen Strecken mit regulären Tickets genutzt werden. Die Sparbillette des Tarifverbundes Passepartout sind persönlich und ausschliesslich über die gängigen ÖV-Webshops oder Ticket-Apps erhältlich.

«Ausklammerung der Buslinien weist auf die grundsätzliche Schwäche des Tarifsystems hin»

Grundsätzlich begrüsst Pro Bahn Zentralschweiz das neue Angebot. «Aber die Beschränkung auf die Bahnlinien und die damit verbundene Ausklammerung der Buslinien weist auf die grundsätzliche Schwäche des Schweizer Tarifsystems mit dem herrschenden unübersichtlichen Tarifdschungel hin», sagt Martin Stuber, Präsident Pro Bahn Zentralschweiz. Er sagt weiter: «Wir vertreten seit langem die Ansicht, dass in unserem Land ein einheitliches und übersichtliches Tarifsystem nötig ist. Dies gerade aus der Sicht der Kunden. Das würde den Aufwand für die Administration massiv reduzieren und viel Unnötiges eliminieren.» Weiter ist man der Meinung, dass es so möglich wäre, die Tarife deutlich zu senken. «Pro Bahn fordert die Halbierung der Tarife, sodass das Halbtaxabo überflüssig werden würde», so Stuber weiter.

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