Chef als Assistent: Tarone zeigt Pont wie es geht
Aktualisiert

Chef als AssistentTarone zeigt Pont wie es geht

Es war die Woche der Assistenz-Trainer: Daniel Tarone, der gestern Samstag im Letzigrund für St.-Gallen-Coach Jeff Saibene einspringen musste, zeigte dem Nati-Assistenten Michel Pont wie man es besser macht.

von
Eva Tedesco

Daniel Tarone coacht den FC St. Gallen während der Sperre von Cheftrainer Jeff Saibene gegen den FCZ zum 3:1-Sieg. (Video: 20 Minuten)

Bei Ottmar Hitzfeld war es eine obszöne Geste im Spiel gegen Norwegen. Deswegen bekam er zwei Sperren aufgebrummt. Der St. Galler Trainer Jeff Saibene kassierte wegen einer Schiedsrichter-Beleidigung am 3. März im Auswärtsspiel gegen YB eine Spielsperre und wurde zusätzlich mit einer Busse von 500 Franken belegt. Deshalb kam Daniel Tarone, Saibenes Assistent bei St. Gallen im Letzigrund gegen den FCZ zu hohen Ehren - genau wie Michel Pont, der im WM-Qualispiel auf Zypern vor acht Tagen an der Seitenlinie seinen Chef vertreten durfte. Während Pont sich aber mit einem 0:0 und nur einem Punkt zufriedengeben musste, war Tarone am Samstag gegen den FCZ erfolgreicher. Die Espen gewannen unter der Regie des Saibene-Assistenten 3:1. Ausgerechnet: Schliesslich war Tarone fast 10 Jahre Spieler bei den Zürchern.

«Er kam, sah und siegte», frohlockt Tarone nach dem Spiel im Letzigrund – und ist vor allem glücklich, dass es vorbei ist. «Das war eine tolle Erfahrung, aber auch ziemlich stressig. Als Assistent hat man es da schon ruhiger», sagt der ehemalige FCZ- und Aarau-Profi und verzieht schmunzelnd das Gesicht. «Als Assistent kannst du dich eher einmal während des Spiels zurücklehnen. Als Trainer muss man an so vieles denken. Es waren intensive 90 Minuten für mich.»

Hitzfeld am TV - Saibene auf der Tribüne

Wie Hitzfeld und Pont haben auch Saibene und Tarone im Vorfeld alles genau abgesprochen und diverse Szenarien durchdiskutiert und vorbesprochen. Während der National-Trainer es aber in Nikosia vorzog im Hotel zu bleiben und sich das Spiel seiner Nati am TV anzuschauen, sass Saibene im Letzigrund auf der Tribüne. «Ich durfte bei der Mannschaft sein, bis wir das Stadion erreicht haben. Danach hat Dani weitergemacht - wie es die Bestimmungen verlangen«, so Saibene. Das Spiel verfolgte der Luxemburger von seinem «Hochsitz» auf der Tribüne aus. «Das war immer schon mein Wunsch, mir einmal ein Bild «von oben» machen zu können», so der FCSG-Trainer.

«Man hat einen ganz anderen Überblick. Es war interessant und auch positiv, das taktische Verhalten meiner Mannschaft als Beobachter von der Tribüne aus zu sehen. Grundsätzlich hat es mir aber unsere Qualität nur bestätigt», so Saibene. Am Ende seines «freien» Samstages gönnte sich Saibene noch die Pressekonferenz und konnte sich in der letzten Reihe ein Schmunzeln nicht verkneifen, als er hörte, wie Tarone von einem «stressigen Abend» sprach. «Dani hat seine Sache wirklich gut gemacht», betont Saibene. Konkurrenz auf den Chefposten droht dem Luxemburger indes nicht. Denn auf die Frage, ob er problemlos wieder ins zweite Glied zurücktreten könne, antwortet Tarone: «Auf jeden Fall. Da ist es etwas ruhiger und besser für mein Herz».

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