Aktualisiert 18.09.2018 22:46

Schon 16 BewerbungenTaschenmacher Freitag sucht Happiness-Chef

Der Taschenproduzent Freitag will jemanden dafür bezahlen, die Welt glücklicher zu machen. Ist das mehr als ein PR-Gag?

von
R. Knecht
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Seit Donnerstag ist dieses Inserat auf der Website des Taschenherstellers Freitag zu sehen.

Seit Donnerstag ist dieses Inserat auf der Website des Taschenherstellers Freitag zu sehen.

Freitag
Die international tätige Firma sucht einen Executive Vice Pleasident of General Happiness – sozusagen einen Glück-Chef.

Die international tätige Firma sucht einen Executive Vice Pleasident of General Happiness – sozusagen einen Glück-Chef.

Freitag/Peter Hauser
Für den Happiness-Chef und seine Projekte hat Freitag ein Budget von 100'000 Franken vorgesehen. Wie viel davon der Angestellte als Lohn erhalten wird, kann das Unternehmen noch nicht sagen.

Für den Happiness-Chef und seine Projekte hat Freitag ein Budget von 100'000 Franken vorgesehen. Wie viel davon der Angestellte als Lohn erhalten wird, kann das Unternehmen noch nicht sagen.

Keystone/Martin Ruetschi

Zum 25. Jubiläum hat der Zürcher Taschenhersteller Freitag eine skurril klingende Stelle ausgeschrieben: Die international tätige Firma sucht einen Executive Vice Pleasident of General Happiness – sozusagen einen Glück-Chef.

Den Job-Titel meint das Unternehmen zwar nicht so ernst, die Ausschreibung aber schon, wie es auf der Website heisst. «Du entwickelst und realisierst Aktionen und Initiativen, die möglichst viele Menschen auf der ganzen Welt etwas glücklicher und zufriedener machen», lautet die Beschreibung der für das Jubiläumsjahr 2019 befristeten Stelle. «Klingt nach einem echten Traumjob», schreibt Personalmarketing-Experte Jörg Buckmann auf seinem Blog.

100'000 Franken Budget

Für den Happiness-Chef und seine Projekte hat Freitag ein Budget von 100'000 Franken vorgesehen. Wie viel davon der Angestellte als Lohn erhalten wird, könne das Unternehmen noch nicht sagen. Das sei vom Kandidaten und seiner Herangehensweise abhängig. Innert der ersten fünf Tage seien bereits 16 Bewerbungen eingegangen, sagt Lena Fisler, Brand-Spezialistin bei Freitag, zu 20 Minuten. «Wir warten immer noch auf eine Bewerbung von einem Happy-Beck», scherzt sie.

Bewerber sollen bis Weihnachten ein maximal zweiminütiges Video einsenden und erklären, wie sie Menschen glücklich machen könnten. Je nach Idee sei es denkbar, dass der Vice Pleasident täglich ins Büro komme. Oder auch jeden Abend in einer anderen Stadt sei –oder alles bereits nach ein paar Tagen glücklich erledigt sei.

Einkalkulierter PR-Effekt

Was verspricht sich Freitag als Firma davon, die Welt glücklicher zu machen und dafür 100'000 Franken zu investieren? Das Unternehmen wolle zum Jubiläum der Welt etwas zurückgeben, sagt Fisler: «Wer genau davon profitiert und wie, ist völlig offen.»

Laut Personalexperte Michel Ganouchi von der Firma Recruma dürfte sich Freitag aber vor allem auch Aufmerksamkeit versprechen. «Der PR-Effekt ist sicherlich kalkuliert», sagt Ganouchi zu 20 Minuten. Er findet das Vorgehen klug: Es werde Zeit, dass Arbeitgeber Marketingmittel nutzten.

Besseres Image als Arbeitgeber

Die Aktion stärke auch das Image des Arbeitgebers. «Ich bin sicher, dass diese Initiative vorgängig einiges an Gesprächsstoff ausgelöst hat und auch weiterhin auslösen wird», so der Experte. Das sei wichtig für die Identifikation der Angestellten mit dem Arbeitgeber.

Ganouchi findet, dass sich solche Projekte auch für andere Firmen lohnen würden – zumindest solange das zum Markenauftritt und zur Arbeitgeberphilosophie des jeweiligen Unternehmens passe. «Wenn nicht, wirds ein Schuss ins Knie», so Ganouchi.

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