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1001 FrageTaschenrechner – darum stehen die Zahlen kopf

Warum die Zahlen auf dem Telefon anders herum angeordnet sind als auf einem Taschenrechner, haben die 20-Minuten-Leser mehrheitlich gewusst. Einige bewiesen viel Kreativität.

von
jfr
Die ersten Telefone mit Wählscheiben und alten Rechenmaschinen sind Schuld, weshalb heute die Zahlen auf Telefonen und Taschenrechnern unterschiedlich angeordnet sind.

Die ersten Telefone mit Wählscheiben und alten Rechenmaschinen sind Schuld, weshalb heute die Zahlen auf Telefonen und Taschenrechnern unterschiedlich angeordnet sind.

Legt man ein modernes Telefon und einen Taschenrechner nebeneinander, fällt sofort auf, das etwas anders ist. Die Zahlen sind unterschiedlich angeordnet. Wieso ist das so? Auf dieses Phänomen der Kategorie «1001 Frage» hatten die Leser viele Antworten. Einige vermuten, dass es mit den Fingern zusammenhängt. So etwa Leser Tommy: «Vielleicht, weil man mit dem Zeigefinger auf dem Taschenrechner tippt, da er auf dem Tisch liegt. Das Telefon nimmt man in die Hand und tippt mit dem Daumen.»

84 Männer und 15 Frauen sendeten ihre Erklärungen ein und es scheint, als sei die Frage ein echtes Männerthema. Doch beide hatten gleichermassen kreative Einfälle. Leserin Lala meint, dass man wenigstens noch beim Handy eine Chance hat, wenn man einen Taschenrechner nicht bedienen kann. Alex von Steiger ist sich sicher, dass es deswegen so ist, «damit die Haushaltsrechnung nicht als Telefonwahl verarbeitet wird».

Schuld seien die fingerflinken Buchhalter

Leserin Blond meint: «Damit man ein Telefon von einem Taschenrechner unterscheiden kann. Ist doch klar!» Und Leser Lukas mutmasst: «Man will uns das Leben schwermachen.» Leser Engesser findet eine Antwort in einem amerikanischen Geschichtsbuch, das die Erfindung des Taschenrechners nach Australien verlagert und dort alles anders herum sei.

Andreas Siegrist steuert sein Uni-Wissen bei: «Viele Buchhalter nutzten Taschenrechner und waren extrem schnell. Da Telefone früher mit Tönen die Nummer wählten, passierte es schnell, dass der Tonwähler bei zu schnellem Tippen überfordert war.» So kommt er zu dem Schluss, dass man hoffte, auf diese Weise die Buchhalter auszubremsen.

«0, 1, 2 und 3 werden am häufigsten benutzt»

Für Leser Finger Olav ist es ganz klar eine Sache der schnellen Bedienbarkeit: «So sind beim Taschenrechner die häufig benutzten Zahlen 0, 1, 2 und 3 in der Nähe der Plus- und Ist-Gleich-Tasten angeordnet. Zudem werden dann die meisten Zahlen nicht mit der ganzen Hand bedeckt und man hat alle Zahlen im Überblick.» Marco Buchmann hat seine ganz eigene Theorie: «Weil man auf dem Telefon mit dem Finger resp. Daumen von oben nach unten handelt. Bei der Tastatur wird die Hand von der Tischkante her an die Tastatur herangeführt und dann kommt die 1 zuerst.»

Von Wählscheiben und Rechenmaschinen

Neben all den ideenreichen Vorschlägen lieferten die meisten Ratefüchse die richtigen Antworten und bestätigen, dass es viele Theorien, aber keine eindeutige Lösung gibt. Die populärste Erklärung geht auf die Telefone mit Wählscheiben und alten Rechenmaschinen zurück. Auf der Wählscheibe liegt die Eins rechts oben, die Null unten. Bei den modernen Telefonen wurde diese Anordnung beibehalten. Auch die Doppelbelegung mit Buchstaben des Alphabets scheint eine Rolle zu spielen. Die Leserichtung in westlich orientierten Ländern ist von links oben nach rechts unten. Daher finden sich die Buchstaben in alphabetischer Reihenfolge beginnend bei Eins auf den Zifferntasten.

Die Anordnung auf Taschenrechnern und Tastaturen geht laut einiger Quellen auf die alten Rechenmaschinen und Registrierkassen zurück. Eine andere Quelle besagt, dass das US-amerikanische IT-Unternehmen IBM ein Patent zur Computertastatur angemeldet hat, bei der die Zahlen von unten nach oben aufsteigen. Die amerikanischen Bell Labs haben angeblich dieses Konzept imitiert, ohne das Patent zu verletzen, indem sie die Tastensequenz einfach umdrehten.

Die gesammelten Erklärungen der Leser sehen Sie im Anschluss.

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