Aktualisiert 10.10.2016 10:55

«Mother of Satan»TATP – der teuflische Zündstoff der Terroristen

Bei dem in Chemnitz entdeckten Sprengstoff handelt es sich wohl um TATP. Der Stoff ist explosiver als TNT – und beim IS besonders beliebt.

von
F. Riebeling
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Der Syrer Jaber Albakr soll in einer Plattenbausiedlung in Chemnitzer einen Anschlag vorbereitet haben. Nach gut zwei Tagen Fahndung konnte er in Leipzig gefasst werden.

Der Syrer Jaber Albakr soll in einer Plattenbausiedlung in Chemnitzer einen Anschlag vorbereitet haben. Nach gut zwei Tagen Fahndung konnte er in Leipzig gefasst werden.

epa/Christian Zander/police Saxony / Handout
Am Samstag hatten Beamte in der von Albakr angemieteten Wohnung mehrere hundert Gramm eines «hochbrisanten» Sprengstoffs gefunden. Dabei handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um TATP (Triacetontriperoxid),  auch Acetonperoxid oder Apex genannt.

Am Samstag hatten Beamte in der von Albakr angemieteten Wohnung mehrere hundert Gramm eines «hochbrisanten» Sprengstoffs gefunden. Dabei handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um TATP (Triacetontriperoxid), auch Acetonperoxid oder Apex genannt.

epa/Hendrick Schmidt
Die Substanz ist bei Attentätern - besonders bei denen des IS - sehr beliebt. Denn die einzelnen Bestandteile können relativ problemlos und günstig erworben werden. Die Krux: Der Umgang mit dem Sprengstoff ist hochgefährlich: Reibung, ein Stoss oder Funken können zur Explosion führen.

Die Substanz ist bei Attentätern - besonders bei denen des IS - sehr beliebt. Denn die einzelnen Bestandteile können relativ problemlos und günstig erworben werden. Die Krux: Der Umgang mit dem Sprengstoff ist hochgefährlich: Reibung, ein Stoss oder Funken können zur Explosion führen.

PD

Zwei Tage lang hielt ein Terrorverdächtiger die Polizei im deutschen Chemnitz in Atem. Doch in der Nacht auf Montag konnte der flüchtige Syrer Jaber Albakr schliesslich gefasst werden.

Er wird verdächtigt, einen Anschlag geplant zu haben, möglicherweise auf einen Flughafen. Die Pläne waren offenbar konkret. So entdeckte die Polizei in einer Wohnung mehrere hundert Gramm des «hochbrisanten» Sprengstoffs TATP (Triacetontriperoxid), der auch als Acetonperoxid oder Apex bekannt ist.

«Mother of Satan»

Die Substanz ist bei Attentätern – besonders bei denen des IS – sehr beliebt. Denn die einzelnen Bestandteile können relativ problemlos und günstig erworben werden. Es handelt sich zum Teil um Gebrauchs-Chemikalien, die – miteinander vermischt und gefiltert – eine hochexplosive Substanz ergeben, die von Terroristen auch «Mother of Satan» genannt wird.

Die Krux: Der Umgang mit dem Sprengstoff ist hochgefährlich. Bereits ein bisschen Reibung, ein Stoss oder kleinste Funken können eine Explosion auslösen. Auch Hitze und Feuchtigkeit lassen TATP hochgehen. Damit gleicht jeglicher Umgang mit Apex einem Himmelfahrtskommando.

Das hindert Terroristen jedoch nicht daran, mit dem Sprengstoff zu planen (siehe Bildstrecke oben). Denn er birgt aus ihrer Sicht einen grossen Vorteil: Weil er so empfindlich ist, wird kein Zünder benötigt, um ihn zum Explodieren zu bringen. Das erleichtert ihnen die Arbeit.

Wer hats erfunden?

Acetonperoxid wurde 1895 zufällig von dem Berliner Chemiker Richard Wolffenstein entdeckt. Zunächst galt der Stoff als der perfekte Sprengstoff. 1925 wurde er von den Sprengstoffwerken Dr. R. Nahnsen & Co. AG als Initialsprengstoff unter der Nummer D.R.P. 84953 in Deutschland zum Patent angemeldet. Da er sich aber als extrem flüchtig, wenig stabil und damit nicht sicher zu handhaben herausstellte, wurde er nie von Streitkräften eingesetzt.

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