Folgen unklar: Tattoo-Farb-Partikel wandern im Körper
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Folgen unklarTattoo-Farb-Partikel wandern im Körper

In Tätowierungen enthaltene Partikel bleiben nicht ewig in der Haut, sondern lösen sich und reichern sich unter anderem in den Lymphknoten an.

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Tattoo-Tinte bleibt nicht für immer dort, wo sie der der Tätowierer in die Haut einbringt.

Tattoo-Tinte bleibt nicht für immer dort, wo sie der der Tätowierer in die Haut einbringt.

Pixabay/PD
Vielmehr lösen sich kleinste Partikel aus den Kunstwerken heraus und wandern durch den gesamten Organismus und reichern sich schliesslich vornehmlich im Lymphsystem an – und zwar in anderer Form, als sie in die Haut gesetzt werden: als Nanopartikel.

Vielmehr lösen sich kleinste Partikel aus den Kunstwerken heraus und wandern durch den gesamten Organismus und reichern sich schliesslich vornehmlich im Lymphsystem an – und zwar in anderer Form, als sie in die Haut gesetzt werden: als Nanopartikel.

Scientific Reports/Christian Seim
Das könnte problematisch sein, denn mit der Grösse der Partikel verändern sich auch ihre chemisch-physikalischen Eigenschaften. In welcher Form, ist noch unklar.

Das könnte problematisch sein, denn mit der Grösse der Partikel verändern sich auch ihre chemisch-physikalischen Eigenschaften. In welcher Form, ist noch unklar.

Pixabay/Microgen

Tattoos sollen die Haut verschönern, können aber auch gesundheitlichen Schaden anrichten. So werden immer wieder Farben identifiziert, die unerlaubte Substanzen enthalten. Ausserdem reduzieren sie die Schweissabsonderung. Weiteres Problem: Die Farben bleiben nicht dort, wo der Tätowierer sie injiziert hat, sondern wandern durch den Körper.

Wohin sie sich genau bewegen, haben nun Forscher um Ines Schreiver vom deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung untersucht. Dafür verfolgten sie mithilfe der sogenannten Röntgenfluoreszenz-Analyse, was mit gängigen Inhaltsstoffen wie Russ oder Titandioxid nach der Injektion passiert.

Aus gross wird klein

Die Auswertung der Aufnahmen bestätigte, dass die Partikel abdriften. Zudem zeigte sie, dass sie sich im Lymphsystem anreichern – und zwar in anderer Form als sie in die Haut gesetzt werden, wie es in den «Scientific Reports» heisst: Sie verlassen die Tätowierung als Nanopartikel.

Das könnte problematisch sein. «Denn die Pigmente verhalten sich in Nanogrösse möglicherweise ganz anders als auf Mikroebene», sagt Schreivers Mitstreiter Bernhard Hesse vom European Synchroton in Grenoble in einer Mitteilung. Schliesslich verändern sich mit der Grösse der Partikel auch ihre chemisch-physikalischen Eigenschaften.

Was das genau für den Körper bedeutet, ist unklar. Laut den Forschern zeigt das einmal mehr, dass etliche potenzielle Risiken der Körperkunst schlicht noch nicht abgeschätzt werden können. Sie haben erklärt, an der Sache dranzubleiben.

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