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Hockey-NatiTattoos und Style – Schweiz hat coole Trainer

Ob wir die besten Nati-Trainer haben, wird man in den nächsten zwei Wochen an der WM sehen. Aber einzigartig ist unser Trio auf jeden Fall.

von
Marcel Allemann

Mit Headcoach Patrick Fischer (40) und seinen beiden Assistenten Felix Hollenstein (51) und Reto von Arx (39) beginnt für die Schweiz am Samstag in Moskau gegen Aufsteiger Kasachstan die WM. Nach der unglücklichen Episode mit dem wie ein Fremdkörper wirkenden Kanadier Glen Hanlon ist nun Swissness das Motto in der Nati – der neue Weg ist sowohl mutig wie auch spektakulär. Viele der anderen WM-Teilnehmer stellen in Russland renommiertere und auf dieser Stufe erfahrene Coaches, aber die Schweiz hat wohl die speziellsten. Deshalb verdienen Fischer, Hollenstein und von Arx auch Kredit.

Alle drei legten aussergewöhnliche Spielerkarrieren hin. Fischer war der erste Schweizer Stürmer, der sich in der NHL durchsetzen konnte, und wurde mit Davos sowie Lugano Meister. Hollenstein ist die lebende Kloten-Legende und führte die Zürcher Unterländer in den 90er Jahren zu vier Titeln in Folge. Von Arx war der erste Schweizer Torschütze in der NHL und während zwei Jahrzehnten der überragende Leitwolf beim HC Davos. Seine Karriere beendete er 2015 mit dem Meistertor gegen die ZSC Lions und seinem sechsten Titel. Zusammen kommen Fischer, Hollenstein und von Arx auf 420 Länderspiele.

Der Beckham des Eishockeys

Doch unsere Coaches sind weit mehr als nur grosse Eishockey-Persönlichkeiten, sie sind auch coole, humorvolle Typen. Fischer wurde zu seinen Aktivzeiten im «Blick» als «der Beckham des Eishockeys» bezeichnet. Tattoos am ganzen Körper, immer gut angezogen (sei es privat oder an der Bande), mit stylischer Frisur und trendigem Bärtchen. So viele interessierte Blicke von Frauen dürfte noch kein anderer Nati-Coach auf sich gezogen haben.

«Wichtig ist, dass wir gut coachen, über ein gutes Konzept verfügen und auch für gute Stimmung sorgen können. Wenn es uns daneben auch noch gelingen sollte, gut auszusehen, dann ist das vielleicht für das Marketing nicht schlecht, aber ich persönlich lege da keinen Wert drauf», sagt Fischer zur Style-Frage. Fakt ist indes, dass der neue Nati-Anzug, mit dem das Schweizer Trainer-Trio in Russland an der Bande stehen wird, äusserst chic und auf jeden Fall ein Hingucker ist.

«Jetzt muss sich nur noch Hollenstein tätowieren»

In Sachen Tattoos kann von Arx gut mit Fischer mithalten. Hatte er früher als Spieler selbst schon mal zwei derart markant tätowierte Coaches? «Nein», gesteht Fischer, «aber das ist auch eine andere Generation und gehört zum Wandel der Zeit. Heute sind viele Leute tätowiert, und bei Reto und mir haben die Tattoos immer dazugehört.» Mit einem Schmunzeln fügt Fischer an: «Jetzt müssten wir eigentlich nur noch Felix Hollenstein dazu bringen, sich zu tätowieren.»

Wie viele Tattoos er hat, will Fischer öffentlich zwar nicht verraten («das ist definitiv nicht wichtig»), aber er verrät zumindest: «Sie haben für mich eine grosse Bedeutung, weil sie einen Bezug zur Familie und zu Freunden haben oder Symbole beinhalten, die mir gefallen.»

Keine Zeit zum Warmspielen

Obwohl Fischer, Hollenstein und von Arx drei ganz grosse Figuren sind, die für heimisches Schaffen und einen Wandel in der Nationalmannschaft stehen: Gemessen werden auch sie am Erfolg, und der ist an einer WM traditionsgemäss das Erreichen des Viertelfinals. Mit vier Siegen in den vier ersten Spielen gegen die in der Weltrangliste hinter der Schweiz klassierten Kasachstan, Norwegen, Dänemark und Lettland wäre es wohl bereits geschafft. Vier Erfolge gegen diese Gegner sind jedoch alles andere als ein Selbstläufer. Im Fall von Strauchlern könnte die WM in Russland äusserst kompliziert und das erste Turnier mit unserem coolen Trainer-Trio ziemlich uncool werden.

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