Aktualisiert 18.09.2018 15:41

TötungsdeliktTatverdächtiger aus Chemnitz kommt frei

Ein 22-jähriger Iraker stand unter Verdacht, den 35-jährigen Daniel H. in Chemnitz getötet zu haben. Nun ist er wieder auf freiem Fuss.

von
doz
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Nach den Ausschreitungen hat es in Chemnitz eine Grossdemonstration gegen Fremdenfeindlichkeit, aber auch eine grosse AfD-Kundgebung gegeben. An beiden Kundgebungen beteiligten sich mehrere tausend Menschen. (1. September 2018)

Nach den Ausschreitungen hat es in Chemnitz eine Grossdemonstration gegen Fremdenfeindlichkeit, aber auch eine grosse AfD-Kundgebung gegeben. An beiden Kundgebungen beteiligten sich mehrere tausend Menschen. (1. September 2018)

Keystone/AP/Boris Roessler
AfD-Politiker aus mehreren Landesverbänden waren am Samstag in Chemnitz, darunter die AfD-Landesvorsitzenden von Brandenburg, Sachsen und Thüringen, Andreas Kalbitz, Jörg Urban und Björn Höcke. Auch die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung schloss sich der Kundgebung an. (1. September 2018)

AfD-Politiker aus mehreren Landesverbänden waren am Samstag in Chemnitz, darunter die AfD-Landesvorsitzenden von Brandenburg, Sachsen und Thüringen, Andreas Kalbitz, Jörg Urban und Björn Höcke. Auch die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung schloss sich der Kundgebung an. (1. September 2018)

AFP/John Macdougall
Mehr als zwei Stunden nach Beginn der Demonstration «Herz gegen Hetze» versammelten sich mehrere tausend Menschen zu der AfD-Kundgebung. Auch Teilnehmer einer Demonstration der rechten Organisation Pro Chemnitz schlossen sich an.

Mehr als zwei Stunden nach Beginn der Demonstration «Herz gegen Hetze» versammelten sich mehrere tausend Menschen zu der AfD-Kundgebung. Auch Teilnehmer einer Demonstration der rechten Organisation Pro Chemnitz schlossen sich an.

AFP/John Macdougall

Rund drei Wochen nach der Tötung eines Manns in Chemnitz soll einer der beiden festgenommenen Tatverdächtigen nach Angaben seines Anwalts aus der Untersuchungshaft entlassen werden. Das Amtsgericht Chemnitz habe bei einem Haftprüfungstermin am Dienstag den Haftbefehl gegen seinen Mandanten aufgehoben, teilte der Berliner Rechtsanwalt Ulrich Dost-Roxin auf seiner Internetseite mit.

Der Strafverteidiger hatte den Haftbefehl gegen seinen Mandanten als «rechtswidrig» bezeichnet. Keines der Beweismittel belaste seinen Mandanten.

Tatbeteiligung bestritten

Ein zweiter Tatverdächtiger bleibt in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht lehnte am Dienstag die von den Anwälten beantragte Aufhebung des Haftbefehls gegen den 23-jährigen mutmasslichen Syrer ab, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Chemnitz sagte.

In Chemnitz war Ende August ein 35-jähriger Mann erstochen worden. Die beiden bislang inhaftierten Tatverdächtigen stammen mutmasslich aus Syrien und dem Irak. Nach einem dritten Tatverdächtigen wird noch international gefahndet. Das Tötungsdelikt zog zahlreiche Demonstrationen auch rechter Gruppen in der Stadt nach sich, die teilweise in Gewalttätigkeiten mündeten. (doz/sda/afp)

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