Neue US-Theorie: «Tauben-GPS» sitzt im Hirn
Aktualisiert

Neue US-Theorie«Tauben-GPS» sitzt im Hirn

Tauben haben bekanntlich einen herausragenden Orientierungsinn. Zu verdanken haben sie diesen speziellen Nervenzellen im Hirn, die magnetische Informationen wie ein Navigationsgerät verarbeiten.

US-Forscher identifizierten im Taubenhirn 53 Neuronen, mit denen die Vögel magnetische Informationen zur Orientierung verarbeiten.

US-Forscher identifizierten im Taubenhirn 53 Neuronen, mit denen die Vögel magnetische Informationen zur Orientierung verarbeiten.

Nachdem Forscher kürzlich nachgewiesen haben, dass das geheimnisvolle «Vogel-Navi» nicht im Schnabel sitzt, kommt aus den verinigten Staaten eine neue Theorie. Die US-Forscher haben im Stammhirn von Tauben 53 Neuronen entdeckt, die die magnetischen Informationen zu einer Art GPS-System verarbeiten. Dafür nutzen die Tiere Intensität, Höhe und Grösse des Erdmagnetfelds.

Forscher versuchen immer wieder, die herausragenden Fähigkeiten von Vögeln bei der Orientierung nachzuvollziehen. Dass dabei das Magnetfeld der Erde genutzt wird, ist gesichert. Das Erdmagnetfeld hat eine Stärke von 50 Mikro-Tesla – das ist etwa 10 000 Mal schwächer, als ein Magnet zum Anheften von Notizen an einer Pinnwand.

Mit welchem Organ die Tiere aber die Informationen wahrnehmen und verarbeiten, ist unklar. Für ihr Experiment setzten Le-Quing Wu und David Dickman von der Medizinischen Universität Houston (Texas) sieben Tauben in einen vom Magnetfeld der Erde abgeschirmten und völlig dunklen Raum.

Während ein künstliches Magnetfeld hoch und runtergefahren wurde, konnten die Neurowissenschaftler Veränderungen im Hirn der Vögel messen. Dabei identifizierten sie Neuronen, die auf die unterschiedlichen Magnetstrahlungen reagierten, wie sie am Donnerstag im Fachjournal «Science» berichteten.

Erst vor kurzem kam ein Forscherteam um David Keays vom Institute of Molecular Pathology (IMP) in Wien zu dem Schluss, dass der Sensor nicht - wie von anderen Wissenschaftlern angenommen - im Schnabel der Tiere sitzt. Wo der Sinn für das Magnetfeld genau sitzt, ist daher weiter umstritten. (sda)

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