Aktualisiert 20.03.2015 10:18

Vergiftete Vögel«Tauben sind beliebte Beute der Wanderfalken»

Schweizer Taubenzüchter sind empört über die Vergiftung der Wanderfalken. Die Raubvögel seien aber ein Problem für ihre Zuchttauben, sagen sie.

von
ann
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Der Wanderfalke ist der am schnellsten fliegende Raubvogel in der Schweiz. Er schlägt seine Beute - kleine Vögel - im Flug. Der Vogel ist bedroht in der Schweiz und geschützt. Spezielle Brutprogramme versuchen den Fortbestand zu gewährleisten. Dieser ist durch gezielte Giftattacken wieder enorm bedroht.

Der Wanderfalke ist der am schnellsten fliegende Raubvogel in der Schweiz. Er schlägt seine Beute - kleine Vögel - im Flug. Der Vogel ist bedroht in der Schweiz und geschützt. Spezielle Brutprogramme versuchen den Fortbestand zu gewährleisten. Dieser ist durch gezielte Giftattacken wieder enorm bedroht.

Schweizer Vogelschutz
Eine beliebte Beute des Wanderfalken sind diese Tauben: die serbischen Hochflieger. Sie fliegen eher langsam und sehr hoch - eine ideale Kombination für den Wanderfalken, der die Vögel so relativ einfach im Flug schlagen kann.

Eine beliebte Beute des Wanderfalken sind diese Tauben: die serbischen Hochflieger. Sie fliegen eher langsam und sehr hoch - eine ideale Kombination für den Wanderfalken, der die Vögel so relativ einfach im Flug schlagen kann.

bektesi.beepworld.de
Dies ist offenbar den serbischen Züchtern der Tauben in der Schweiz ein Dorn im Auge. Sie machen mit sogenannten Kamikaze-Tauben, denen sie Gift auf die Federn träufeln, Jagd auf die unbeliebten Wanderfalken. Sie haben damit immer wieder Erfolg und die Falken verenden elendiglich.

Dies ist offenbar den serbischen Züchtern der Tauben in der Schweiz ein Dorn im Auge. Sie machen mit sogenannten Kamikaze-Tauben, denen sie Gift auf die Federn träufeln, Jagd auf die unbeliebten Wanderfalken. Sie haben damit immer wieder Erfolg und die Falken verenden elendiglich.

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Nachdem am Mittwoch bekannt worden war, dass erneut unbekannte Täter zwei Wanderfalken in Wallisellen ZH vergiftet hatten, hat der Vogelschutz Schweiz eine Belohnung von bis zu 10'000 Franken für Hinweise ausgesetzt, die zum Ergreifen der Täter führen. «Das Vergiften der Wanderfalken muss sofort aufhören», sagt Geschäftsführer Werner Müller. Es brauche jetzt eine härtere Gangart, um den Tätern das Handwerk zu legen. «Darum haben wir eine Belohnung ausgesetzt.» Falken zu vergiften sei ein Offizialdelikt und verletze gleich mehrere Gesetzesartikel, so Müller.

Die Falken werden immer mit derselben Methode vergiftet: Die Täter präparieren sogenannte Kamikaze-Tauben mit Gift, das sie ihnen auf den Nacken tröpfeln. Dann lassen sie die Tauben fliegen, wenn Falken auftauchen. Diese schlagen die Tauben und verenden beim Rupfen der Beute. Müller warnt: «Für Kinder kann das Anfassen einer vergifteten Taube im schlimmsten Fall tödlich sein.»

Wanderfalken fixieren sich gern auf Taubenschläge

Unter Verdacht stehen serbische Taubenzüchter in der Schweiz. 2013 fand man Einträge in einem serbischen Taubenzüchter-Blog, in dem sie den Erfolg ihrer Kamikaze-Tauben feierten.

Schweizer Taubenzüchter verurteilen die Taten aufs Schärfste. Sie erklären aber auch, dass die Wanderfalken den Taubenzüchtern das Leben schwermachen. «Zuchttauben muss man man täglich fliegen lassen», sagt Werner Morf, Vorstandsmitglied von Brieftauben Schweiz. Wanderfalken fixierten sich gern auf einen Taubenschlag und kehrten immer wieder für Beute dorthin zurück. «Tauben sind dort einfache Beute, und das kann dann zu herben Verlusten führen», so Morf.

Serbische Hochflieger bei Wanderfalken beliebt

Unter Taubenzüchtern ist bekannt, dass gerade Serben auch mal zu unlauteren Mitteln greifen. «Die machen das so in ihrem Heimatland und haben die Methode in die Schweiz gebracht», sagt eine Person, die anonym bleiben will. Wer genau dahintersteckt, weiss niemand. «Die Serben bleiben unter sich und treten auch nicht unserem Dachverband bei», heisst es. 20 Minuten hat vergeblich versucht, mit serbischen Taubenzüchtern in Kontakt zu treten.

Klar ist aber: Bei den Hochflugtauben der Serben geht es oft um viel Geld. «In der Regel verkaufen sie ein Tier für mehrere hundert Franken», sagt der erfahrene Hochflugtaubenzüchter Peter Berger. Diese Tauben, die sehr hoch fliegen, seien beim Wanderfalken als Beute besonders beliebt. «Weil hoch fliegende Vögel einfacher im Flug zu fangen sind», so Berger.

«Wanderfalken sind faszinierende Vögel»

Ihm selbst seien einmal in einem Monat 30 Jungtauben geschlagen worden. «Da entwickelt man schon eine Wut auf die Falken», sagt er. Seine Tauben hätten so aber gelernt, mit Falken zu leben. «Wenn einer in der Luft ist, fliegen sie in der Regel nicht.» Er ist darum empört über die Vergiftung der Tiere. «Es sind faszinierende Vögel und ich beobachte sie gern mit dem Feldstecher.»

Feedback

Haben Sie Hinweise oder Informationen oder züchten sie selbst serbische Hochflieger und wollen darüber berichten? Schicken Sie ein Mail an: feedback@20minuten.ch

Im Jahr 2011 filmte eine Kamera einen Wanderfalken, der eine vergiftete Taube ins Nest brachte:

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