Thun: Taubenliebhaber gegen Abschüsse
Aktualisiert

ThunTaubenliebhaber gegen Abschüsse

Seit rund einem Monat schiesst Thun auf Tauben. Jetzt gehen Taubenfreunde auf die Barrikaden. Ihr Vorwurf: Tierquälerei.

von
Pedro Codes
Tauben in Thun. meo

Tauben in Thun. meo

Die Vorwürfe der Taubenlieb­haber sind happig: Das Abschiessen von Tauben sei Tierquälerei. Sie würden selten sofort nach einem Gewehrschuss sterben und oftmals stundenlang leiden, so die Kritik von Tierfreunden in Leserbriefen ans «Thuner Tagblatt».

In der Stadt Thun schiesst seit Mitte September ein Naturschutzaufseher die kranken Tauben ab. Die Tierschutz-Organisationen stehen hinter ihm: «Abschusskritiker haben Tierliebe falsch verstanden», sagt etwa Rosmarie Blaser vom Tierschutz Thun. Wahre Quälerei sei es, nichts gegen die Taubenplage zu unternehmen: «Weil die Tiere in den Städten kaum natürliche Feinde haben und genügend Nahrung vorhanden ist, können sogar verkrüppelte Vögel überleben.» Auch der Schweizer Vogelschutz SVS hat keine Bedenken. «Da der Fachmann nur kranke Tiere abschiesst, ist das für uns kein Problem», so Barbora Neversil.

In Bern und Biel ist das Taubenabschiessen nicht mehr notwendig: «Wir konnten die Taubenplage mit anderen Massnahmen eindämmen», so Walter Langenegger vom Berner ­Informationsdienst.

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