Herisau AR: Taubstummer Bettler rennt fluchend von dannen
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Herisau ARTaubstummer Bettler rennt fluchend von dannen

Mit einem Zettel in der Hand bettelte ein angeblich Taubstummer um Geld für ein Heim für Behinderte. Ein Leser-Reporter fotografierte ihn, worauf dieser fluchend die Flucht ergriff.

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taw
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Dieser Mann bettelte am Donnerstagmittag (20.09.2018) in Herisau AR um Geld.

Dieser Mann bettelte am Donnerstagmittag (20.09.2018) in Herisau AR um Geld.

Leser-Reporter FM1Today
Hier war er unterwegs.

Hier war er unterwegs.

Google Maps
Einem Leser-Reporter kam der angeblich Taubstumme merkwürdig vor.

Einem Leser-Reporter kam der angeblich Taubstumme merkwürdig vor.

Leser-Reporter FM1Today

«Ich fuhr zum Mittagessen nach Herisau. Als ich ankam und aussteigen wollte, klopfte ein Mann von aussen an die Autoscheibe», so ein Leser-Reporter gegenüber FM1Today. Passiert ist es letzten Donnerstag beim grossen Kreisel beim Regierungsgebäude. Der Mann habe einen Zettel in der Hand gehalten, auf dem stand, dass er Geld für ein Heim für Taubstumme sammle.

Dem Leser-Reporter kam das allerdings merkwürdig vor und er witterte Betrug hinter der Masche. «Ich habe so getan, als würde ich Geld aus der Tasche nehmen, dabei nahm ich mein Handy heraus und fotografierte den Mann», wird der Leser-Reporter weiter zitiert.

Polizei konnte Bettler nicht mehr antreffen

Da sei der «Taubstumme» fluchend davon gerannt. Der Leser-Reporter hinterher, bis der Verfolgte schliesslich in ein Auto stieg und wegfuhr. Noch vor Ort hielt der Leser-Reporter einen Polizisten an und schilderte ihm den Vorfall. Eine sofort eingeleitete Fahndung der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden blieb jedoch bisher ohne Erfolg.

Laut Kapo-Sprecher Marcel Wehrlin wird in solchen Fällen immer versucht, die Identität und den Hintergrund des Täters zu klären. Oft seien Bettler auch in Gruppen organisiert. «Wir klären auch ab, ob weitere Tatbestände gegen den Täter vorliegen oder ob offene Tatbestände ihm zugeordnet werden können», so Wehrlin.

Echte Organisationen schicken keine Betroffenen

Bettler sind auch in anderen Ostschweizer Kantonen ein Problem.

Wie es bei der Kantonspolizei St. Gallen auf Anfrage heisst es, gingen allein in den letzten zwei Wochen neun Meldungen ein.

Auf ihrer Website warnt auch die Kantonspolizei Thurgau vor Bettlern und dubiosen Spendensammlern, die mit abenteuerlichen Geschichten Mitleid erregen wollen, um so an Geld zu kommen. Vielfach würden sich die Sammler als taubstumm ausgeben und einen Zettel mit sich tragen.

«In solchen Fällen kann in der Regel getrost auf eine Spende verzichtet werden, die Sammler sammeln nicht für Bedürftige, sondern bereichern sich selbst. Die Sammeltour ist nicht selten straff geplant und organisiert, die Personen werden gezielt von Ort zu Ort gefahren und wieder abgeholt», resümiert die Polizei.

Weiter gibt die Polizei folgende Tipps:

- Lassen Sie sich nicht bedrängen. Schliessen Sie die Haustür oder gehen Sie weiter.

- Lassen Sie keine fremden Personen ins Haus oder in die Wohnung.

- Informieren Sie die Polizei über die Notrufnummer 117. Betteln ist gesetzlich verboten. Die Bettler können also bestraft werden, was in manchen Fällen abschreckend wirkt.

Es gibt zudem Möglichkeiten, wie Sie seriöse Spendensammler von unseriösen unterscheiden können:

- Seriöse Spendensammler fordern keine Bargeldspende vor Ort, sondern geben Ihnen einen Einzahlungsschein und Informationsmaterial mit.

- Echte Hilfsorganisationen schicken nicht Betroffene zum Sammeln. Wer sich also beispielsweise als Taubstummer ausgibt und behauptet, für Taubstumme zu sammeln, ist kaum seriös.

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