Aktualisiert 08.06.2008 14:10

Moderne Robinson-GeschichteTaucher auf einsame Insel gespült

Fünf vermisste Taucher aus Europa sind nach zwei Tagen Suche auf einer kleinen Insel in Indonesien wohlauf aufgetaucht. Die Taucher hatten auf ihrer Odyssee Schreckliches, ja fast Unglaubliches erlebt, wie sie jetzt erschöpft erzählten.

Wie lokale Medien am Wochenende berichteten, hatte der Ehemann der Tauchleiterin Kathleen Mitchinson die Suchtrupps alarmiert, die die Gruppe schliesslich am Samstag entdeckten. Ein kleines Boot brachte die Geretteten auf die Insel Flores, wo Mitchinson ihrem Mann um die Hals fiel, wie MetroTV zeigte. Die fünf waren ausgetrocknet, aber ansonsten in guter Verfassung.

Die Europäer waren am Donnerstag nach einem Tauchgang im Komodo- Nationalpark in Osten Indonesiens durch starke Strömungen abgetrieben worden. Sie drifteten nach eigenen Schätzungen mehr als 25 Kilometer auf dem Meer.

Sie banden sich fest aneinander, als sie merkten, dass sie gegen die Strömung nicht ankamen. Irgendwann entdeckte einer von ihnen die kleine Insel Rinca, und die fünf brachten noch einmal alle Kraft auf, um den Strand zu erreichen.

Drohende Riesenechse

Nachdem sie erschöpft die Insel erreicht hatten näherte sich ihnen ein Komodo-Waran. Das sind die grössten noch lebenden Echsen der Welt, die bis zu drei Meter lang werden können. Sie greifen Menschen an.

Die Gruppe warf nach eigener Darstellung mit Steinen, um das Tier auf Distanz zu halten und durchwachte die ganze Nacht. «Es war eine schreckliche Erfahrung», sagte der Bruder einer der Geretteten, Richard Allin, der BBC in Devon in Grossbritannien. «Meine Schwester ist völlig fertig, aber froh dass alles vorbei ist.»

In dem Gebiet treffen der indische und der pazifische Ozean aufeinander. Die Gewässer gelten wegen der unberechenbaren Strömungen als sehr gefährlich und sind nur für erfahrene Taucher geeignet. Die Tauchleiterin kannte die Gegend aber seit Jahren. Die andere Britin und ihr Freund betreiben eine Tauchschule in Thailand.

(sda)

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