St. Gallen: Taucher finden verlorenen Ehering in Weiher
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St. GallenTaucher finden verlorenen Ehering in Weiher

Ein frisch vermählter Ehemann hat beim Sprung in den St. Galler Manneweiher seinen Ehering verloren. Taucher suchten und fischten das Schmuckstück aus dem Wasser.

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Fanden den Ehering: Die beiden Taucher Ivo Schulthess und Christoph Zingg. (Bild: Christian Engler)

Fanden den Ehering: Die beiden Taucher Ivo Schulthess und Christoph Zingg. (Bild: Christian Engler)

Beim Sprung vom Dreimeterturm in den St. Galler Manneweiher hat Michael Müller* am Donnerstag seinen Ehering verloren. «Beim Auftauchen habe ich sofort gemerkt, dass er weg ist», erzählt Müller. Er habe zunächst selbst versucht, ihn wiederzufinden. «Aber es war einfach zu tief», so der 27-Jährige.

In ihrer Verzweiflung wandten er und seine Frau (28) sich an die Mitglieder der Tauchschule Zingg-Dive GmbH in Mörschwil.

Die Chancen waren gleich null

«Die beiden waren völlig aufgelöst», erzählt Geschäftsführer Christoph Zingg. Er habe ihnen erst gesagt, es sei aussichtslos – doch Ivo Schulthess, Mitinhaber der Tauchschule, wollte es trotzdem versuchen. So starteten sie am Freitagabend eine Suchaktion. «Wegen des trüben Wassers im Weiher war die Wahrscheinlichkeit, den Ring zu finden, sehr klein», so Zingg.

Doch das «Wunder» geschah: Nach wenigen Minuten und einigen Griffen in den unbekannten Untergrund entdeckten die erfahrenen Taucher den Ehering, der in sechs Metern Tiefe auf einem Stein lag.

«Wir haben schon vieles im Wasser gesucht, aber noch nie so etwas Wertvolles. Zudem hat so ein Ehering ja auch einen symbolischen Wert», so Zingg. Es sei das erste Mal, dass verlorengegangener Schmuck wiedergefunden wurde. «Das war echt grosses Glück. Es war von Vorteil, dass es sich um einen grossen und breiten Ehering handelt. Bei einem kleinen Ringlein wäre es aussichtslos gewesen», so der 46-Jährige.

Nicht den Boden berühren

Wichtig bei einer solchen Suche ist laut Zingg, dass man den Boden beim Tauchen nicht berührt. «Ansonsten werden Schlick und Ablagerungen aufgewirbelt. Wenn das passiert und man keine Sicht mehr hat, ist die Suche gelaufen.» Wenn man das Objekt gefunden hat, gilt es laut Zingg Fingerspitzengefühl zu beweisen. «Nicht, dass das Objekt noch wegrutscht», so Zingg.

Das Ostschweizer Paar, das erst im letzten Jahr geheiratet hat, ist überglücklich: «Wir wussten, dass die Suche nicht einfach ist. Aber wir haben die Hoffnung nie aufgegeben, dass der Ring wieder auftaucht», so Müller.

* Namen geändert

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