Aktualisiert 06.07.2012 10:57

In 70 Meter Tiefe

Taucher findet mysteriöses Schiffswrack

Bei Hergiswil wurde das Wrack eines 150 Jahre alten 13-Meter-Segelschiffs gefunden. Sicher ist, dass das Boot Glas geladen hatte. Doch einige Rätsel sind noch ungelöst.

von
Fabian Lindegger

In rund 70 Metern Tiefe auf dem Grund des Vierwaldstättersees vor Hergiswil hat der Berufstaucher Roger Eichenberger aus Gersau einen spektakulären Fund gemacht: ein 13 Meter langes Segelschiff, das immer noch mit Glas beladen ist.

Dies berichtete das Schweizer Fernsehen am Donnerstag. «In den letzten vier Jahren habe ich rund zehn Prozent des Vierwaldstättersees systematisch nach Wracks abgesucht», so Eichenberger. Nach dem Fund vor Hergiswil will er nun auch den Rest des Sees nach gesunkenen Schiffen absuchen. Es sei eine Lebensaufgabe.

War es ein Glastransporter?

Es ist noch unklar, um welches Schiff es sich beim gefunden Wrack handelt. Die Kantonsarchäologie von Luzern schätzt, dass es zwischen 1860 und 1870 gebaut wurde. In den Archiven sollten aber weitere Hinweise zum gesunken Schiff vorhanden sein, denn: «Es ist sehr unwahrscheinlich, dass über den Untergang eines Schiffs dieser Grösse keine Berichte vorliegen», so Fabian Küng von der Kantonsarchäologie Luzern.

Von der zerbrechlichen Fracht haben einige kleine Glasfläschchen den Untergang sogar unversehrt überstanden. Aber: «Das Glas ist meist beschädigt und scheint bereits vor dem Untergang zerbrochen zu sein», so Küng. Deshalb geht er davon aus, dass das Schiff wohl Altglas zu einer der Glasfabriken transportierte, die um 1900 rund um den Vierwaldstättersee existierten.

Der gesunkene Glastransporter ist am Freitagabend Schwerpunkt in der Sendung «Dahinden im Wasser» auf SF1.

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