Arbeitsmarkt: Tausend neue Informatik-Lehrstellen
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ArbeitsmarktTausend neue Informatik-Lehrstellen

Engpass bei den Informatikern in der Schweiz: Jährlich fehlen derzeit 1500 bis 2500 ausgebildete Berufsleute. Jetzt soll Abhilfe geschaffen werden.

Der Informatik- und Telekommunikations-Dachverband ICTswitzerland startet ein Programm zur Stärkung der Berufsbildung in der Informatik. Bis 2015 sollen über tausend neue Lehrstellen im Berufsfeld der ICT geschaffen und eine schweizweit anerkannte berufliche Weiterbildung nachhaltig sichergestellt werden.

Für die Lancierung des Projektes sind für die Startphase Kosten von 1,5 Millionen Franken budgetiert, wie ICTswitzerland am Dienstag mitteilte. Die Hälfte davon sei bereits vorhanden und die andere Hälfte Mitte Dezember beim Bundesamt für Berufsbildung und Technologie beantragt worden.

Engagement der Credit Suisse

Eine durch die Grossbank Credit Suisse massgeblich finanzierte Stiftung ermögliche die Konzeption und Implementierung einer auf die zukünftigen Erfordernisse ausgerichteten Berufsbildung. Mittelfristig wolle die Bank bis zu zehn Millionen Franken in die Förderung der IT-Berufsbildung investieren.

Der ICT-Sektor leiste mit fünf Prozent des Bruttoinlandproduktes einen wichtigen Beitrag zu Produktivität, Wachstum und Beschäftigung in der Schweiz. Der noch junge Sektor sei in den letzten 30 Jahren parallel zur Entwicklung der Computertechnologie rasant gewachsen. Heute seien je nach Quelle und Definition zwischen 120 000 und 220 000 Informatiker in der Schweiz tätig.

Drastischer Rückgang in der höheren Berufsbildung

Gemäss aktuellen Umfragen von ICTswitzerland finden Wirtschaft und Verwaltung nach wie vor nicht genügend qualifizierte Informatiker in der Schweiz. Gleichzeitig sei ein dramatischer Rückgang der Absolventenzahlen in der höheren Berufsbildung zu beobachten. Zwischen 2004 und 2008 hätten sich die Abschlüsse bei den eidgenössischen Fachausweisen und den Diplomen in Informatik nahezu halbiert. ICTswitzerland geht von einem Bedarf an 5000 bis 6000 Informatikern pro Jahr in der Schweiz aus. Damit würden derzeit 1500 bis 2500 Informatiker pro Jahr fehlen. (dapd)

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