Aktualisiert 03.06.2019 14:27

Sihlwald

Tausende Biker stören auf illegalen Trails Wildtiere

Trotz Verbotsschildern nutzen im Sihlwald viele Biker illegale Wege. Nun kontrollierte die Kantonspolizei und verzeigte Freizeitsportler. Das wird teuer.

von
som
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An dieser Stelle im Sihlwald fahren jährlich bis zu 2800 Biker herunter.

An dieser Stelle im Sihlwald fahren jährlich bis zu 2800 Biker herunter.

Wildnispark Zürich
Erlaubt ist das nicht.

Erlaubt ist das nicht.

Wildnispark Zürich
Denn im Sihlwald und in anderen Zürcher Wäldern ist das Reiten und Radfahren nur auf befestigten Strassen und Wegen, nicht aber auf Trampelpfaden oder gar abseits der Wege erlaubt.

Denn im Sihlwald und in anderen Zürcher Wäldern ist das Reiten und Radfahren nur auf befestigten Strassen und Wegen, nicht aber auf Trampelpfaden oder gar abseits der Wege erlaubt.

Keystone/Michele Limina

Ein Teil des Sihlwaldes ist besonders geschützt – Tiere und Pflanzen sollen dort ungestört leben. «Doch das akzeptieren viele Menschen nicht, obwohl es zahlreiche offizielle Wanderwege gibt und das Zutrittsverbot deutlich ausgeschildert ist», sagt Isabelle Roth, Leiterin Bereich Naturwald des Wildnisparks Zürich. Sie findet das traurig: «Es geht doch nur um ein kleines Stück, das man ganz der Natur überlassen will.»

Vor allem zwei illegale Biketrails in der Nähe des Schweikhofs, die mitten durch den geschützten Wald führen, sind ihr ein Dorn im Auge. Eine vorübergehend installierte Zählstelle registrierte dort zwischen 2200 und 2800 Fahrten pro Jahr.

Tiere werden vertrieben

Für Roth ist das nicht überraschend: «Man sieht schon an den Spuren, dass dort viele Zweiradfahrer unterwegs sind.» Dadurch werden nicht nur die Wurzeln der Bäume beschädigt, sondern auch die Tiere vertrieben: «Durch die Flucht brauchen sie viel Energie, die sie gerade jetzt zum Aufziehen ihrer Jungtiere benötigen.»

Sämtliche Anstrengungen des Wildnisparks, die fehlbaren Freizeitsportler an diesem Ort aufzuklären, blieben laut Roth bisher erfolglos. Deshalb führten die Ranger des Wildnisparks zusammen mit Kantonspolizisten am Wochenende dort eine Kontrolle durch. «Sie haben mit 60 Personen über die Schädigung des Waldbodens und die Störung der Wildtiere Gespräche geführt.»

Sieben Biker verzeigt

Zudem habe man sieben Biker und drei Fussgänger an das Statthalteramt des Bezirks Horgen verzeigt. Busse und Gebühren belaufen sich auf rund 600 Franken. Bereits 2018 fanden drei gemeinsame Kontrollen statt, bei denen 15 Personen verzeigt worden waren. Und auch in Zukunft muss laut Roth mit weiteren Kontrollen gerechnet werden.

Probleme mit Bikern gibt es auch in anderen Wäldern im Kanton. Denn allgemein ist das Reiten und Radfahren nur auf befestigten Strassen und Wegen, nicht aber auf Trampelpfaden oder gar abseits der Wege erlaubt.

Bikeroute absperren

So musste im letzten September etwa die Jagdgesellschaft Zumikon mit der Polizei eine illegale Route absperren, und auch im Meilener Tobel fordert die Gemeinde die Velofahrer mit Schildern zu mehr Respekt auf.

Kein Thema sind illegale Trails offenbar im Zürcher Stadtgebiet. Wie es bei Grün Stadt Zürich heisst, bleiben die Biker in der Regel auf den ausgeschilderten Wegen.

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