AHVplus-Initiative: Tausende demonstrieren gegen höheres Rentenalter
Aktualisiert

AHVplus-InitiativeTausende demonstrieren gegen höheres Rentenalter

Über 20'000 Menschen aus der ganzen Schweiz nehmen an einer Kundgebung durch die Berner Innenstadt teil. Sie wehren sich gegen eine Erhöhung des Rentenalters und Rentenabbau.

von
nag
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Zahlreiche Personen protestieren in Bern gegen Rentenabbau, die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre und für eine starke AHV. (10. September 2016)

Zahlreiche Personen protestieren in Bern gegen Rentenabbau, die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre und für eine starke AHV. (10. September 2016)

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Mehr als 20'000 Rentnerinnen und Rentner, Erwerbstätige,...

Mehr als 20'000 Rentnerinnen und Rentner, Erwerbstätige,...

Leser-Reporter
...Junge und Alte aus allen Regionen der Schweiz ziehen vom Zytglogge Richtung Bärengraben.

...Junge und Alte aus allen Regionen der Schweiz ziehen vom Zytglogge Richtung Bärengraben.

Leser-Reporter

In Bern haben heute Nachmittag mehrere tausend Menschen an einer Kundgebung für eine starke AHV demonstriert. Die Organisatoren – eine Allianz von Arbeitnehmerverbänden, links-grünen Parteien und Rentnerverbänden – schätzten die Teilnehmerzahl auf über 20'000.

Zur Demonstration aufgerufen hatte die Allianz wegen «des geplanten Rentenmassakers im Nationalrat», wie sie in einer Mitteilung schreibt. Sie meint damit Vorschläge der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) des Nationalrats.

Diese schlug Mitte August vor, bei der Reform der Altersvorsorge eine automatische Erhöhung des Rentenalters einzubauen, falls die AHV in finanzielle Schieflage geraten sollte. Um bis zu zwei Jahre auf 67 könnte gemäss diesem Vorschlag das AHV-Alter erhöht werden. Die Altersreform 2020 kommt im Herbst in die eidgenössischen Räte.

Die Kommission strich auch ersatzlos den Zuschlag zu AHV-Renten von 70 Franken, den der Ständerat beschlossen hatte.

«Neue Dimension»

Solche «Provokationen» der Rechtsmehrheit im Nationalrat seien eine neue Dimension, sagte der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds, Paul Rechsteiner, in seiner Rede an der Kundgebung. Dabei sei nicht die AHV das Problem, sondern das seien die Pensionskassen.

Bei den Pensionskassen zahle man immer mehr, bekomme aber trotzdem schlechtere Renten. Wer auch in Zukunft anständige Renten wolle, der müsse die AHV stärken, so Rechsteiner.

Eine stärkere AHV komme insbesondere Frauen zugute, betonten mehrere Rednerinnen. So sagte etwa Natascha Wey, Co-Präsidentin der SP Frauen, laut Redetext, über ein Drittel aller Frauen in der Schweiz hätten nur die AHV. Deshalb müsse die AHV nicht nur gestärkt, sondern massiv ausgebaut werden.

Arno Kerst, Präsident der Gewerkschaft Syna, sagte, die Gewinner des drohenden «Rentenmassakers» seien die Lebensversicherer, die sich schon heute eine goldene Nase an der zweiten Säule verdienten.

In ihrer Medienmitteilung schreiben die Organisatoren, mit der Kundgebung hätten Erwerbstätige, Rentner und Junge «ein deutliches Zeichen an die Brandstifter» der SGK gegeben.

Auch gegen Lohndumping

Die Kundgebung richtet sich auch gegen Lohndumping und gegen Deindustrialisierung als Folge einer aus Sicht der Allianz verfehlten Währungspolitik. Auch gegen «Steuergeschenke» und Sparpakete als Folge der Unternehmenssteuerreform III ging es den Organisatoren gemäss eigenen Angaben.

Immer wieder riefen Rednerinnen und Redner dazu auf, am 25. September Ja zur AHVplus-Initiative zu sagen, welche um zehn Prozent höhere AHV-Renten fordert. Dasselbe hiess es auf grossen Transparenten.

Friedlich verlaufen

Die Kundgebung verlief gemäss Angaben der Polizei abgesehen von der Zündung vereinzelter Rauchpetarden friedlich und ruhig. Das hiess es bei der Medienstelle der Berner Kantonspolizei auf Anfrage. Der Anlass begann auf der Schützenmatte, worauf sich ein langer Demonstrationszug durch die Innenstadt bewegte.

Zu Ende ging die Demonstration auf dem Aargauerstalden in der Nähe des Bärenparks, wo die ganze Strasse für den Demonstrationszug gesperrt wurde. (nag/sda)

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