Toxische Stoffe - Tausende hängen an defekten Atemmaschinen
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Toxische StoffeTausende hängen an defekten Atemmaschinen

Betroffen sind Geräte des Herstellers Philips, die bei Schlafapnoe-Patienten eingesetzt werden. Noch ist völlig offen, wann und wie die Maschinen ersetzt werden können.

von
Patrick McEvily
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Atemgeräte der Marke Philips werden von Menschen mit einer Schlafapnoe verwendet. Diese müssen mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden. (Symbolbild)

Atemgeräte der Marke Philips werden von Menschen mit einer Schlafapnoe verwendet. Diese müssen mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden. (Symbolbild)

imago images/Panthermedia
Das niederländische Technologieunternehmen hat nun bekanntgegeben, dass in den Geräten giftige Schaumstoffe verarbeitet sind.

Das niederländische Technologieunternehmen hat nun bekanntgegeben, dass in den Geräten giftige Schaumstoffe verarbeitet sind.

AFP
In der Schweiz benutzen mehrere zehntausend Patientinnen und Patienten die Geräte – weltweit sind es über vier Millionen.

In der Schweiz benutzen mehrere zehntausend Patientinnen und Patienten die Geräte – weltweit sind es über vier Millionen.

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Darum gehts

  • 45’000 Patientinnen und Patienten in der Schweiz benützen wegen einer Schlafapnoe-Erkrankung Atemmaschinen von Philips.

  • Die Geräte des Herstellers beinhalten gemäss eigenen Angaben giftige Stoffe.

  • Diese könnten verschiedene Symptome auslösen – bis hin zu Krebs.

  • Auf einen Rückruf hat das Unternehmen bislang verzichtet.

Die Tamedia-Zeitungen berichten über eine Mitteilung des niederländischen Technologieunternehmens Philips, wonach dessen Atemgeräte, die bei Schlafapnoe-Patienten eingesetzt werden, giftige Stoffe beinhalten. Die Stoffe können mehrere Beschwerden auslösen, und gar zu einer Krebserkrankung führen.

Bereits sind Meldungen über Beschwerden eingegangen

45’000 Menschen in der Schweiz nutzen die Maschinen von Philips, weltweit sind es gar vier Millionen. Bei der Schlafapnoe muss ein Patient oder eine Patientin aufgrund einer ungenügenden Atemfrequenz unterstützt werden. Zu diesem Zweck erzeugt das Atemgerät einen Überdruck, der die Atemwege des Patienten anregt. Ohne diese Unterstützung drohten diese zusammenzufallen, was tödlich enden kann.

Grund für die Gefahr sind giftige Schaumstoffe, die in den Maschinen verarbeitet sind. Partikel davon können über die Luftleitung oder als Gase in die Atemwege der Patienten gelangen. Die Schädlichkeit und die genaue Wirkweise der in den Geräten enthaltenen Schaumstoffe sind allerdings noch nicht abschliessend untersucht. Philips gibt an, bereits Meldungen über Kopfschmerzen, Druck auf der Brust oder Husten erhalten zu haben. Von Erkrankungen hat das Unternehmen bislang keine Kenntnis.

Swissmedic rät zurzeit nicht von der Benutzung der Maschinen ab

Das niederländische Unternehmen schreibt in seiner Mitteilung von einem «plausiblen Worst-Case-Szenario». Man habe betroffene Patienten informiert. Einen Rückruf hat das Unternehmen aber nicht gestartet. Wie es mit den Geräten weitergehen soll, ist zurzeit noch völlig offen. Das Unternehmen stellt den Umtausch der Atemmaschinen in Aussicht. Wann dieser erfolgen soll und wer dabei die Kosten übernimmt, bleibt allerdings unklar. Weltweit gibt es gemäss den Tamedia-Zeitungen zurzeit zu wenig Ersatzgeräte.

Die in der Schweiz zuständige Behörde, Swissmedic, rät zurzeit nicht von der Benutzung der Geräte ab, da noch unklar sei, wie schwerwiegend die Probleme bei den Maschinen seien. Man warte auf weitere Angaben des Herstellers. Nun müssen also Patientinnen und Patienten zusammen mit ihren Ärzten zwischen der Gefahr, die durch die Maschine ausgeht und einer ausbleibenden Behandlung entscheiden. Die Lungenliga hat eine Hotline eingerichtet.

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