Tausende in Bolivien auf der Strasse

Aktualisiert

Tausende in Bolivien auf der Strasse

Tausende Bolivianer haben in La Paz, dem Sitz der Regierung, erneut für die Verstaatlichung der Erdgas- und Erdölunternehmen demonstriert.

Die Sicherheitskräfte forderten die Teilnehmer zu Ruhe und Ordnung auf.

Ein massives Polizeiaufgebot verhinderte, dass die Menge auf die Plaza de Armas im Stadtzentrum vordrang, wo sich der Präsidentenpalast und das Parlament befinden.

Der sozialistische Oppositionsführer Evo Morales forderte ultimativ die Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung binnen vier Tagen. Sonst würden die Koka-Bauern zu radikaleren Mitteln greifen und die Proteste verstärken.

Morales fordert, dass private Förderunternehmen aus dem In- und Ausland künftig eine Abgabe von 50 Prozent plus Steuern an den Staat abführen müssen.

Nach einem neuen Gesetz zur stärkeren Besteuerung privater Erdgas- und Erdölunternehmen in Bolivien wird eine Abgabe von 18 Prozent und eine Steuer von 32 Prozent fällig.

Bolivien befindet sich seit Monaten wegen des erbitterten Konflikts um seine Rohstoffreserven in einer Krise. Im Herbst 2003 war bereits der damalige Präsident Gonzalo Sanchez de Lozada gestürzt, weil er Massenproteste mit aller Härte hatte niederschlagen lassen.

Sein Nachfolger, Präsident Carlos Mesa, hatte das umstrittene Abgaben-Gesetz am Dienstag vergangener Woche passieren lassen, indem er auf sein Einspruchsrecht verzichtete. (sda)

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