Tausende in Madrid an Gottesdienst für Franco
Aktualisiert

Tausende in Madrid an Gottesdienst für Franco

Tausende Spanier haben an einem katholischen Gottesdienst zum 30. Todestag des faschistischen Militärdiktators Francisco Franco teilgenommen.

Nach Angaben der Verwaltung des spanischen Nationalerbes war die Basilika im Valle de los Caidos, dem Tal der Gefallenen, so vollgepackt, dass hunderte Besucher den Gottesdienst ausserhalb der Kirche mitverfolgten. In die Basilika im Nordosten Madrids passen rund 6000 Menschen.

Die Zeremonie am Grabmal des Diktators war von der Franco-Stiftung organisiert worden. An ihr nahmen nach Angaben von Augenzeugen auch Francos Tochter Carmen Franco Polo und der frühere Oberstleutnant der Guardia Civil, Antonio Tejero. Dieser war im Februar 1981 Anführer des gescheiterten Putsches gegen die Demokratie.

Das Tal der Gefallenen ist die grösste Grabstätte Europas. Franco liess sie von republikanischen Zwangsarbeitern für die Opfer des spanischen Bürgerkriegs bauen. Hier ist neben dem Diktator auch der Gründer der Faschistenpartei Falange, José Antonio Primo de Rivera, beerdigt.

Nach Angaben eines Fotografen der Nachrichtenagentur afp trafen sich hunderte Nationalisten und Faschisten nach der Messe zu einer Kundgebung. Dabei beschimpften sie die sozialistische Regierung unter Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero.

Etwa zur gleichen Zeit beteiligten sich im rund 30 Kilometer entfernten Stadtzentrum von Madrid rund 2000 Menschen an einer Gegendemonstration. Nach einem Protestmarsch gegen Franco und seine politischen Erben legten sie Kränze zum Gedenken an die Opfer der Diktatur nieder. Die Kundgebung endete mit einer Schweigeminute.

(sda)

Deine Meinung